The SRK Interview – Huffington Post India

Posted: July 2, 2016 in Shah Rukh Khan

Auge in Auge mit SRK zu sprechen ist hypnotisch. Er wird es wissen, wenn man nicht achtgibt und man findet sich äußerst selten in einem Gespräch mit ihm wieder, bei dem die Aufmerksamkeit abgelenkt wird. In einer Branche, überladen mit Schauspielern, die trostlose, allgemeine Zitate verteilen, hat Khan die Kunst gemeistert, jede Interaktion einmalig zu machen.

Mit ihm ist die Erfahrung dermaßen persönlich (er stellt sicher, deinen Namen regelmäßig zu wiederholen), dass man mit dem Gedanken fortgeht, man habe den Mann eingefangen wie noch niemand sonst, etwas so tiefes und profundes herausgefiltert, was, durch das Bieten eines philosophischen Einblicks in den meditativen Bereich des Superstars, beim Leser einen Strom von Gefühlen aufwühlen wird.

Und hierin liegt wirklich sein Talent. Er kann Verse aus der Bhagwad Gita zitieren und dann zu jemandem springen, der so weit von der Hindu-Mythologie entfernt ist wie Apples Tim Cook, und doch wird seine Analogie vollkommenen Sinn machen.

Als ich ihn in seinem Bungalow Mannat in Mumbai treffe, sieht der 50jährige Superstar, der kürzlich 24 Jahre in der Filmbranche vollendet hat – sein Debütfilm Deewana wurde am 25. Juni 1992 veröffentlicht – aus, als habe er eine raue Nacht und einen frühen Tagesbeginn gehabt. Er ist lässig gekleidet, trägt Jeans und ein marineblaues T-Shirt.
Rauch hüllt sein Gesicht ein, während er in seiner spärlich beleuchteten Bibliothek sitzt, einem ausladenden Bereich mit Titeln, die von Bill Bryson und Haruki Murakami bis Paulo Coelho und Woody Allen reichen; von Khaled Hosseini bis Gabriel Garcia Márquez.

Es ist früher Abend und der Himmel ist größtenteils von einer trüben Sonne beleuchtet, die still im Ozean im Hintergrund vergeht. Obwohl er etwas energielos wirkt, kommt, sobald er anhebt zu sprechen, ein Selbstbewusstsein auf Trump-Level zum Vorschein (das Einzige, das sie gemeinsam haben), dampfende Tassen mit Tee treffen ein, und unser Interview beginnt.

Sie haben 24 Jahre als Teil der Hindifilmbranche hinter sich. Ihre Karriere hat schwindelerregende Höhen gesehen und dann waren da noch einige Tiefen. Sind sie vollkommen zufrieden damit, wie sich die Dinge entwickelt haben?

Ich bin nicht dumm genug, glücklich zu sein. Ich habe 25 Jahre meines Lebens mit dem Filmemachen verbracht, was heißt, dass 50 Prozent meines Lebens dem Kino gewidmet waren. Ausgehend von der durchschnittlichen Sterblichkeitsrate, habe ich schon ¾ davon hinter mir.
Die Gründe des Filmemachens ändern sich offensichtlich. Wenn man jünger ist, versucht man, über die Runden zu kommen. In den ersten paar Jahren meiner Karriere war ich von materialistischen Wünschen getrieben. Ich wollte einfach ein Haus kaufen. Vielleicht eines mit einem Garten, weil ich, nun ja, mit meinen Kindern in einem Garten herumlaufen wollte.
Jetzt ist der Grund ein anderer. Am jetzigen Punkt, will ich einfach nur Filme machen. Eine Menge Dinge ändern sich, wenn man dies eine sehr lange Zeit tut. Es passieren zwei Dinge: Man verliert die Fähigkeit zu überraschen und die Fähigkeit zu scheitern wird einem verwehrt.
Das Publikum erwartet, dass man immer erfolgreich ist. Wenn ein Sachin Tendulkar eine 200 schlägt, überzeugt er uns von seiner Größe. Doch was er außerdem gleichzeitig tut, ist, dass er das Erreichen von 100 Runs zur Routine macht. 100 Runs zu erreichen ist dann nicht mehr großartig.

Sie waren sehr optimistisch in Bezug auf Fan, doch kommerziell fiel er durch. Wie kommen Sie damit zurecht?

Es fühlte sich schrecklich an. Zwischen Adi (Aditya Chopra, Produzent), Maneesh (Maneesh Sharma, Regisseur) und mir war klar, dass wir keinen Profit machen würden; wir sind nicht dumm. Der Film hatte keine Heldin, hatte keine Songs. Außerdem wurde er nicht an einem Feiertagswochenende veröffentlicht. Aber Fan liegt mir trotzdem sehr am Herzen.
Allerdings denke ich, wir haben dabei einen fundamentalen Fehler gemacht.

Der wäre?

Wir haben Gaurav Chandnas Leidenschaft für sein Idol (Aryan Khanna) gemindert, indem er im Tausch für die Zerstörung seines Lebens nur eine ziemlich kleine Sache verlangte. Er hat von ihm eine Entschuldigung verlangt; er hätte ihm sein Leben abverlangen sollen. Er hätte sagen sollen: „Du hast den Fan in mir zerstört, nun will ich den Star in dir vernichten.“ Eine Entschuldigung war als Handlung nicht stark genug, um einen ganzen Film darauf basieren zu lassen, da Gauravs Persönlichkeit zerstört wurde. Oder vielleicht war der Film einfach nicht gut genug. Er wurde planlos. Und wurde abgelehnt.

Auch wenn er die Kinokassen nicht gesprengt hat, ist Fan immer noch ein würdevollerer Film als einige Ihrer anderen jüngsten Arbeiten. Die Auffassung, die man von Shah Rukh Khan hat, ist die eines geistreichen, scharfsinnigen, belesenen, intelligenten Superstars – viele dieser Dinge können über viele Ihrer Kollegen nicht gesagt werden. Daher sind einige Menschen verwirrt, wenn sie sehen, dass Sie Filme wie Dilwale und Happy New Year machen. Sie machen nicht den Eindruck von jemandem, der es genießt, diese Filme zu sehen, geschweige denn zu produzieren.

Ich würde sagen, ich habe in Dilwale besser gespielt als in Fan. Und Sie haben recht. Ich bin nicht der Typ, der sich hinstellt und sagt „Hum shareef kya hue, poori duniya hi badmaash ho gai“. Das ist nicht meine Welt. Es kostet mich mehr Überredung, mit 100 Statisten auf den Straßen zu tanzen, denn als Fan dazusitzen und Kachche waale fan toh door se hi karte hain“ zu sagen. Das bin ich eher. Das ist mein Bereich.
Aber ich kann nicht nur Filme für meinen Verstand machen. Ich muss sie dazu machen, dass die Menschen sie sehen.
Für mich ist Dilwale ein protziger, aufdringlicher, farbenfroher, kommerzieller Film. Und mein Problem ist, dass ich alle Filme liebe. Ist es meine Art des Kinos? Nein, ist es nicht. Ich hätte es gern viel subtiler. Ich sehe internationale Shows und Filme, mit denen ich mich einfacher verbunden fühle. Doch ich will das trotzdem tun, weil es eine Herausforderung ist, sich in einen Bereich zu begeben, zu dem man keine Beziehung hat und es erfolgreich durchzuziehen.

Welche Herausforderung bleibt mir denn sonst? Toll zu schauspielern nach Chak De! India? Kann ich machen. Aber kann ich ein Genre spielen, welches ich noch nicht gespielt habe? Ich bin neugierig, das herauszufinden.

Aber geht es Ihnen nicht während des Prozesses auf, dass Sie sich inmitten von etwas befinden, dass keinen großen künstlerischen Wert hat? Und sind Sie besorgt, wie die Leute darauf reagieren werden?

Ich kann bezüglich der Reaktion der Menschen nicht zynisch sein. Ich habe Trashfilme gemacht, ich habe gute Filme gemacht und ich habe schlechte gemacht. Es herrscht eine große Akzeptanz für das, was ich tue.
Es ist die Freiheit, den Film auszuwählen, welchen ich machen will, die ich als Schauspieler haben sollte. Wenn man sich mit einer Geschichte hinsetzt, will man sie manchmal einfach machen. Wie ich erwähnte, ich stelle manchmal fest, dass es nicht meine Welt ist, doch ich werde nach dieser Welt geformt, nur um zu sehen, ob ich es schaffe. Manchmal scheitere ich; zu anderen Zeiten habe ich Erfolg. Der Erfolg führt nicht dazu, dass ich das Gleiche wieder tun will. Oder der Fehlschlag hat nicht zur Folge, dass ich es nicht wieder tun will. Stattdessen will ich dadurch noch mal ganz von vorne anfangen. Weil dieser Teil getan werden muss. Ich kann keine Fehler machen.

Während Sie es als kreative Freiheit als Künstler einordnen, könnte man hineinlesen, dass Sie keine Verantwortung für schlechte Filme übernähmen, wann immer Sie straucheln.

Nein, das ist es nicht. Ich liebe alle Filme. Ich erinnere mich, diesen einen Film mit einem engen Freund gesehen zu haben. Nach zwei Tests wusste jeder, dass der Film ein Reinfall wird. Ich sagte ihm, ich mochte den Film. Er meinte „Warum sagst Du das, nur um mich zufrieden zu stellen?“, aber er gefiel mir wirklich. Ich bin ein Film-Liebhaber. Und das größte Problem im Leben ist, dass man blind ist, wenn man etwas liebt.
Ich kann mich hier hinsetzen und mit der gleichen Leidenschaft über den schlechtesten Film der Welt und über den besten Film der Welt sprechen. Heißt das, ich wäre dumm? Nein. Es ist nur so, dass ich versuche, in Allem die Schönheit zu sehen.
Ich erzähle Ihnen eine kleine Geschichte. Sie stammt aus der Bhagavad Gita und handelt davon, wie Arjun und Krishna eine Straße entlangliefen und auf einen toten Hund stießen. Krishna fragte „Was siehst Du?“ Arjun sagte „Es ist solch ein hässlicher Anblick! Das ganze Fleisch verrottet.“ Krishna erwiderte „Siehst Du nicht die Zähne? Sie glänzen wie Perlen. Siehst Du, wie wunderschön sie sind?“

Ich sehe nur die Zähne. Und das ist kein Philosophieren.

Da Sie alle Arten von Filmen lieben, haben Sie auch das Gefühl, am Ende schlechte Entscheidungen zu treffen und sich mit Filmen zu verbinden, auf die Sie nicht stolz sein könnten?

Manchmal bin ich unentschlossen. Auch lag ich mit meinen eigenen Entscheidungen falsch.
Karan Arjun ist eines der besten Beispiele. Mit seinem kuttey kamine Kampf ist er wiederum einer der Filme, die nicht meine Welt sind. Ich konnte den Film einfach nicht verstehen und Rakesh ji (Rakesh Roshan) versicherte mir dauernd, dass es funktionieren würde. Als ich den Film mit den Vertreibern ansah, gab es nicht einen Moment, währenddessen die Leute nicht klatschten oder weinten. Nach DDLJ ist es einer meiner erfolgreichsten Filme. Und da begriff ich, dass ich keine Ahnung habe, wie ein Film sich entwickeln wird.
Genauso habe ich nie gedacht, Swades wäre ein toller Film. Stattdessen wollte ich Jodha Akbar mit Ashutosh Gowariker machen. Ich sagte ihm Swades sei ein netter Film, aber er würde floppen. Doch er zuversichtlich. Als ich ihn fragte, warum er den Film drehen wolle, sagte er mir, dass er ihn machen möchte, weil sein Vater wollte, dass er einen solchen Film machte. Und das war es, was mich überzeugte.
Ansonsten sah ich keinerlei kommerziellen Wert in Swades. Wir haben ihn gedreht, weil es Ashu eine Chance gab, seinen Vater stolz zu machen.

Aber vielleicht ist das, was Ashutosh begriffen hatte, die Tatsache, dass bestimmte Filme Ihren Empfindungen näher kommen als andere. Das heißt nicht, Sie seien nicht fähig, die übertriebene Mainstreamkost zuzubereiten.

Möglicherweise. Mich hat mal jemand angerufen und mir gesagt, ich sei interessant für ihn, weil ich hässlich sei. Ich sagte ihm, er solle sich verpissen. Besetzt mich nicht, weil ich hässlich bin. Besetzt mich, weil ich talentiert bin. Besetzt mich, weil ich hässlich oder attraktiv spielen kann, wenn ich es will. Ich bin Schauspieler. Wo auch immer meine Arme ausgestreckt werden können, wo mein Atem jemanden erreichen kann, da ist mein Platz. Das kann man mir nicht nehmen.
Ich kann ein Teil von Mani Ratnams Welt sein. Ich kann mit Kampfmeistern zusammensitzen und ihre Sprache sprechen. Ich kann mit Staatsoberhäuptern der größten Länder der Welt zusammensitzen und mich mit ihnen über einem formalen Abendessen unterhalten. Ich kann 2 Stunden lang bei Tim Cook sitzen und reden. Und ich kann mit AbRams Kindermädchen zusammensitzen und mich wirklich gut unterhalten. Ich kann werden wer Sie sind. Und so sind Filme.
Also sollte niemand es wagen zu sagen, irgendwo wäre nicht mein Platz. Kein Regisseur, Autor, Erzähler oder Filmemacher kann mir erzählen, er/sie würden es lieben, mich in diesem Film zu haben, doch dies sei nicht mein Platz.
Wenn jemand denkt, es sei nicht mein Platz, werde ich den Film nicht machen. Aber derjenige hat sich dann eines vielseitigen Schauspielers beraubt. Ich kann Kabhi Haan Kabhi Naa drehen, einen Chak De, einen Ra.One, einen Chennai Express, Asoka, Swades, Yes Boss, Baazigar, Fan, und ich will erst gar nicht meine größten Hits in der indischen Filmgeschichte zählenKuch Kuch Hota Hai, DDLJ, und Kabhi Khushi Kabhi Gham.

Ich bin Shah Rukh Khan und ich kann alles tun.

In Shah Rukh Khans Welt alles zu tun beinhaltet auch das Tanzen auf Hochzeiten. Während Starauftritte heute ein fester Teil von Hochzeiten sind, war es in den 90ern, als Sie damit anfingen, praktisch beispiellos. Ich glaube, anfangs gerieten Sie dafür ziemlich unter Beschuss.

Sehen Sie, ich glaube an die Würde der Arbeit. Welche Arbeit Sie auch immer machen, sie ist würdevoll. Und falls jemand anderer Meinung ist, verstehe ich das einfach nicht. Ich bemühe mich dabei sehr, mit allen rechtschaffenen Mitteln. Wenn Leute also sagen, ich verkaufte mich dafür, kann ich das nicht sehen. Ob es nun das Tanzen bei einer Show ist, das Moderieren eines Programms, die Teilnahme in einer TV Show oder Fan.
Ich tue dies mit der gleichen Würde, die die Dame an den Tag legt, die mein Haus sauber macht. Ich danke ihr 20 Mal. Ich blicke nie auf sie herab. Tatsächlich habe ich Leuten gesagt, dass ich den größten Respekt vor meinem Chauffeur habe. Ich komme zurück nach Hause um 6 Uhr morgens und schlafe. Er wird um 12 wieder hergerufen und ist bereit mich sonst wohin zu fahren! Ich habe 24 Stunden, 7 Tage die Woche einen Leibwächter und habe keine Ahnung, wann er isst oder schläft.

Aber würden Sie sagen, Ihre Bereitschaft auf Hochzeiten zu tanzen oder auch den Trend zu starten, Werbung zu machen, stamme von Ihrem materialistischen Verlangen, das Sie vorhin erwähnt haben? Oder war es die vorangehende Armut, welche das Erreichen von Wohlstand zu einem wichtigen Beschleuniger für Ihren Ehrgeiz machte?

Junge Leute sollten daran denken – indem man seinem Traum folgt, mag es einem nicht möglich sein für die Menschen zu sorgen, für die man verantwortlich ist. Ich komme aus einem sehr armen Hintergrund. Ich habe meine Eltern Daal essen sehen, das mehr Wasser enthielt als Substanz. Die beiden hätten einen Witz darüber gemacht„Lass uns heute verwässertes Daal machen“. Oder meine Mutter würde sagen „Nein, ich habe heute keinen Hunger, ich habe unterwegs gegessen.“ Wir waren nicht so dumm zu denken, sie hätte wirklich was gegessen. Wir kannten unsere Grenzen. Wir waren eine sehr gebildete Familie der leisen Töne, weltlich und glücklich und stark. Aber wir waren arm. Und ich mochte es nicht. Ich wollte das unbedingt ändern, obwohl meine Schule wunderbar war. Wir wurden nie erniedrigt für das, was wir waren.
Ich hatte keine Schuhe für die Schule, weil meine Eltern sich keine leisten konnten. Mir war das klar, also bedrängte ich sie auch nicht. Mein Vater starb, weil wir ihm nicht genug der teuren Injektionen geben konnten, die seine Krankheit hätten besiegen können. Daher sagte mir meine Mutter, ich solle ein wenig pragmatisch sein. Und das hat mich verändert.

Heute sage ich dies allen: Sei kein Philosoph oder ein Lehrer, wenn Du nicht wohlhabend bist. Geld ist extrem wichtig – verdiene es, wann immer Du kannst.
Ich war der erste Schauspieler, der anfing Werbung zu machen. Mein erster Spot war für Tata Tea. Ich denke, nur Dimple Kapadia und Hema Malini haben welche für Seema Lights And Bulbs gemacht, und auch das nur aus Freundschaft.
Jeder meinte „Bist Du verrückt? Warum verzettelst Du dich so?“
Doch ich machte weiter.

Viele Dinge sind heute viel besser. Ich habe meine Räume in diesem Haus, von denen manche ich noch gar nicht betreten habe. Ich habe einen schönen Garten, in dem ich viel Zeit mit meinen Kindern verbringe.
All das hat meinen Wesenskern, das Filmemachen, nicht beeinträchtigt.
Ja, ich mache einige Schlechte. Ich mache Gute. Ich mache ein paar Unbefriedigende und ein paar Zufriedenstellende. Und ungeachtet dessen, was die Leute denken, verlange ich kein Geld dafür, in Filmen zu spielen.

Ist das wahr?

Natürlich. Ansonsten würde ich es nicht sagen, und Sie können es überprüfen. Ich sage all meinen Produzenten, sie sollen mir das bezahlen, was sie können. Und wenn sie Geld verloren haben, nehme ich keines an. Das war so vom ersten Tag an. Und das behaupte ich nicht, um aufgeblasen zu wirken. Ich bin der König! Könige nehmen kein Geld, sie verteilen es. Aber woher nimmt ein König das Geld? Er verdient es bei jeder sich bietenden Gelegenheit.
Fragen sie irgendjemanden auf der Welt „Wie macht Shah Rukh Khan Geschäfte?“
Sie werden Ihnen sagen, er spräche nie über Geld. Wenn er einen Job mag, wird er ihn übernehmen. Und ich war gut genug, einige große Unternehmen zu haben. Meine geschäftliche Logik ist, dass ich sie mag, selbst wenn sie keinen Profit abwerfen. So wie mein IPL Team, die Kolkata Knight Riders, das erste Mal seit Jahren Gewinn macht. Wir sind das einzige Team, welches Profit macht.
Es ist nicht viel. Sehr wenig. Etwas, das ich wohl verdienen könnte, tauchte ich bei einer Hochzeit auf.

Meine Botschaft an die jungen Menschen ist wirklich, dass wenn man eine Arbeit hat, die einem hilft, die grundlegenden Notwendigkeiten des Lebens sicherzustellen, kann man den Luxus der Kunst auf seiner Seite haben.

Fürchten Sie einen Tag, an dem Sie auf dem Balkon von Mannat stehen werden und draußen keine Menschen darauf warten werden, einen Blick auf Sie zu werfen?

Ja. Aber – und es ist ein großes Aber – das wäre der Tag, an dem Indien keine Filme mehr machen würde. Das ist der einzige Weg, wie das passieren könnte. Solange wir Filme machen, werden dort draußen Leute sein, die darauf warten mich zu sehen.

Ist das nicht etwas, das die meisten glauben wollen, die an Weltfremdheit leiden?

Möglich. Aber ich nicht. Doch ich bin mir bewusst, das Menschen das von mir denken. Die Leute denken, ich sei wahnhaft und lebe in einer Blase. Meine Freunde sagen mir, ich hätte den Bezug zur Realität verloren. Und das ist vielleicht wahr. Ich fahre einen Ferrari, lebe in einem prunkvollen Bungalow. Meine einzigen Berührungspunkte mit realen Menschen sind Leute beim Film – einem Ort der Fiktion. Sie winken mir zu und fragen nach Autogrammen. Manchmal tue ich ihnen den Gefallen, manchmal nicht. Und dann komme ich nach Hause und schlafe. Aber wissen Sie was? Ich kann all diese Menschen spüren.
Wenn ein Film gut läuft, sind 700 da, wenn er schlecht läuft, sind es weniger. Und es sind nun schon so viele Jahre. Sie sind immer noch da draußen. Das ist eine Realität, kein Wahn.

Führt dies nicht zu einem Gefühl der Verantwortlichkeit, ihnen bessere Unterhaltung zu bieten, etwas von Wert und nicht nur realitätsfernen, aufgeplusterten Kram?

Sicher tut es das. Und während die Jahre vorbei zogen, habe ich härter gearbeitet als je zuvor. Wenn schon nicht die Kunst, so habe ich doch meine Fertigkeiten verfeinert. Ich schreibe mehr, ich lese mehr. Ich versuche, etwas anderes zu machen, selbst wenn es im selben Rahmen spielt. An Raj, Rahul, Aryan muss etwas anders sein, das Leute mögen, oder? Sind sie Narren, dass sie das Gleiche wieder und wieder mögen? Sie sind schlau genug, die Nuancen zu erkennen und zu schätzen. Meine Kritiker beschweren sich, dass ich nur Liebesgeschichten mache. Man kann mich nicht einfach als Lover Boy abqualifizieren.
Wenn Mütter mich als idealen Sohn mögen und Frauen mich heiraten wollen, dann weil sie Shah Rukh Khans Feinheiten sehen, nicht nur die Karikatur, die die Arme ausbreitet.

Doch großteils haben Sie sich selbst karikiert. Sie haben die ausgestreckten Arme geschaffen, das Lover Boy Image und es in vollen Zügen ausgeschlachtet.

Ja, und zwar deswegen, weil ich mir selbst als Schauspieler bewusst bin, insofern, dass ich weiß, was meine Zuschauer von mir wollen. Und ich werde es ihnen geben, denn es macht sie schrecklich glücklich. Ich sehe es auch als Witz. Wenn Sie sich erinnern, machte ich es zu einem Running Gag in Main Hoon Naa, immer wenn Sushmita Sens Figur auftaucht.
Dies war ein Witz von mir über mich. Ich bin vielleicht der selbstkritischste Star der Welt. Und zwar weil ich gut bin. Man kann nicht selbstkritisch sein, wenn man nichts drauf hat. Und ich bin hier nicht arrogant, ich bin ehrlich. Ich bin gut genug, bescheiden zu sein.

Ich scherze darüber, dass ich nur 5 Gesichtsausdrücke hätte, weil ich weiß, dass ich 50 habe. Ich muss mir nicht die Lunge herausschreien, um zu zeigen wie gut ich bin. Ich bin nicht einmal jemand, der Lob nach dem Motto ‘OMG! Wir lieben Sie! Sie sind so toll!’ retweetet. Ich habe einen Job, den ich gut mache. Es ist verdammt nochmal mein einziger Job. Wenn ich den nicht gut mache, habe ich versagt.

Sie sind niemand, der vor Konkurrenzkämpfen zurückschreckt – Sie haben sich ihnen immer gestellt. Wie sind Sie zu der Entscheidung gelangt, Ihren nächsten Film Raees, der mit Sultan (mit Salman Khan in der Hauptrolle) zusammengetroffen wäre, auf nächstes Jahr zu verschieben?

Wir sind alle Freunde: Adi (Aditya Chopra, der Yash Raj Films vorsitzt), Salman und ich. Es gibt nur 3500 verfügbare Leinwände und das reicht nicht für zwei große Filme. Wir wollen keine hinterrücks geführten Spielchen; die Dinge sind ziemlich transparent. Ich hatte gerade einen Film für YRF abgeschlossen. Wir umarmen und küssen uns und dann kann ich nicht hingehen und heimlich ein Kino in Meerut für meinen Film buchen. Das kann ich nicht. Es wäre mir sehr unangenehm.

Liegt es daran, wie sich Dilwale letztes Weihnachten gegen Bajirao Mastani geschlagen hat, als sie gleichzeitig rauskamen?

Das war etwas anderes – es war ein wetteiferndes Produktionshaus. Ich habe wohl 10 Mal mit ihnen gesprochen, um das Veröffentlichungsdatum geändert zu bekommen. Ich habe 10 Mal mit Sanjay Leela Bansali über den Konflikt gesprochen. Ich bin zum Büro von Eros in Los Angeles geflogen, um die Dinge klarzustellen. Aber ihre Entscheidung war gefallen. Dann bat ich Rohit Shetty, unseren Zeitplan zu ändern, doch er bestand auf seiner Entscheidung. Wir waren immer flexibel, doch sie nahmen an, sie hätten es als Erste ‘angekündigt’. Eine Ankündigung bedeutet gar nichts. Man bringt einen Film heraus, wann man will.
Ich bat sie, eine Woche früher zu veröffentlichen… was immer sie wollten. Ich habe alles menschenmögliche versucht. Dann passierte etwas komisches. Einer von ihnen erzählte mir „Ein Pandit ji hat uns das Datum genannt.“
Nun, ich wollte nicht wirklich an einen Punkt kommen, an dem ich mit einem Pandit ji (in diesem Fall einem Astrologen) über ein Veröffentlichungsdatum stritt. Es hatte einen Punkt erreicht, an dem es keine logische Argumentation mehr gab. Glaube kam vor Rationalität. Es war soweit, dass wir kein Gespräch führen konnten, ohne den Film des jeweils anderen niederzumachen. Das Resultat war einfach unvorteilhaft – wir haben Dilwale mit Ach und Krach gerettet, dank unseres internationalen Geschäfts.

Wie sehen Sie sich als Teil der Zeit in der Sie leben?

Wenn man Schauspieler ist, denkt man über die Zeit nicht als eigenständige Größe. Man selbst ist die Zeit. Man macht die Zeit. Es fasziniert mich, wenn ich Schauspieler sagen höre „Das Publikum ist erwachsen geworden. Man kann alles Mögliche machen. Es gibt Mainstream, dann ist da Indie, oh wow“. Mann, was zur Hölle? Waren die Zuschauer vorher blöd? Nein, wir waren blöd. Die Zuschauer wussten es immer. Und sie wissen es nicht, weil sie denken, sie wissen es, weil sie fühlen. Und ein Gefühl ist immer millionenfach stärker als ein Gedanke. Ein Gedanke an sich wurzelt in einem Gefühl.

Aber fürchten Sie nicht die Zeit in der wir leben? Man geht rigoros gegen die Meinungsäußerung an und einige unserer wichtigsten Institutionen – sei es das FTII (Film- und Fernsehinstitut), das CBFC (Gremium zur Filmzertifizierung) oder erst kürzlich das NIFT (Institut für Modetechnologie) – werden mehr und mehr von konservativen Elementen übernommen. Als Produzent sind Sie von Zensur direkt betroffen. Warum sind Sie nicht da draußen und protestieren?

Ich habe aufgehört, diese Dinge zu kommentieren und das, gebe ich zu, ist bedauerlich.

Dies ist genau die Art von Zensur – die Zensur der Gedanken – von der ich spreche, die scheinbar überall um uns herum vorkommt.

Zensur ist seit einer Weile ein Problem. Als Produzent habe ich selbst einige Probleme durchgemacht. Trotzdem, da ich nie Filme produziert habe, die nicht auf die Familie zugeschnitten waren, waren es nicht allzu viele. Verschiedene Gremien, ernannt von verschiedenen Regierungen werden verschiedene Sichtweisen haben.
Sehen Sie, eine andere Sichtweise auf eine Regel zu haben ist in Ordnung, doch wenn sie falsch interpretiert wird, ist es Zeit, die Regel zu ändern. Im Falle von Udta Punjab hielten sich Pahlaj ji und sein Team an eine Sichtweise des Regelwerks und vielleicht kann man dies nicht in Frage stellen. Doch das Regelwerk ist etwas, das man in Frage stellen und dessen Änderung man anstreben kann. Das Regelwerk sollte so gut geschrieben sein, so klar, so spezifisch, dass jegliche Regierung, die gerade an der Macht ist, keinen Raum für Fehlinterpretationen hat.

Auch muss die Filmbranche bedenken, dass das Führen von Twitter- und Tickerkämpfen den eigenen Kampf abwertet. Dieser Kampf geht nicht gegen einen Vorsitzenden einer Institution, sondern gegen die Regeln besagter Institution. Der Vorsitzende mag zum Rücktritt aufgefordert und ein neuer eingesetzt werden, doch die Regeln werden noch immer die selben sein, richtig?

Ja, aber ein fortschrittlich Denkender wird eher einen liberalen Standpunkt zu Kunst vertreten, etwas das nicht durch die Fesseln der Moralität gebunden sein sollte.

Möglicherweise. Aber Sie müssen verstehen, dass wir in einem Land leben, welches Orte und Menschen hat, die zu einfach geködert werden können. Da wir in der Stadt leben, mögen wir es nicht verstehen.
Wenn es keinen großen Unterschied macht, einige Dinge im Film zu streichen, ist es in Ordnung, wenn es Probleme verursachte, würde man sie beibehalten. Ich hatte dasselbe Problem mit meinem Film Billu, der eigentlich Billu Barber hieß. In Australien ist die Bezeichnung ‘Barbier’ ebenso angesehen wie der eines Professors, doch hier traf ich Menschen, die das Gefühl hatten, es sei herabwürdigend. Sie sagten, es beschäme sie. Ich sagte, ich nähme diesen Teil zurück. Das kostete mich jede Menge Geld und tat mir weh. Doch ich tat es, obwohl es keinen rechtlichen Druck gab. Der Film funktionierte so oder so nicht.
Ich will darauf hinaus, dass es einfacher ist, etwas zu verstehen, wenn man sich mit den Leuten zusammensetzt und es ihnen erklärt, als wenn man tyrannisch und selbstherrlich rüberkommt, was die Menschen nur verärgert.

Ja, ich erinnere mich, dass Sie an Nachrichtenagenturen herantraten als kürzlich ein Bild Ihrer Tochter im Bikini am Strand viral wurde. Sie wollten, dass es gelöscht wird.

Richtig. Sie trug einen Bikini, sie war am Strand und mit ihrem kleinen Bruder zusammen. Man nahm das und setzte die Schlagzeile „SRKs Tochter stellt ihren Körper zur Schau“ darüber. Ist das etwas billig? Möglich, dass ich so empfand. Ich habe freundlich angefragt und sagte ihnen, dass ihre Webseite nicht meine Tochter im Bikini zeigen wird und ob man es bitte löschen könne. Man merkte, auf was ich hinaus wollte. Meiner Tochter war es etwas peinlich. Sie ist 16, Mann. Und die Schlagzeilen, die manche Seiten verwenden sind… wow. Wir sind sehr weltoffen und haben darüber gelacht. Doch es ist trotzdem unangenehm.

Sie denken, die Medien sollten mehr Zurückhaltung üben, vor Allem bei solchen Szenarien?

Das ist das eine. Aber als das Bild meiner Tochter überall verteilt wurde und ich losschoss, um es einzudämmen, beschützte ich sie nicht vor den Medien – ich beschützte sie vor mir selbst. Meine Berühmtheit ist der Grund dahinter, dass ihr Bild es in die Nachrichten geschafft hat – das wäre nicht geschehen, wäre sie nicht SRKs Tochter. Jeder andere könnte nackt durch die Gegend rennen und es nicht in die Nachrichten schaffen.

Es gab Zeiten, zu denen sie an der Tür eines Journalisten auftauchten, Reporter beschimpften und die gesamte Presse für die Art herausforderten, wie Sie dargestellt wurden. Ist das eine gewisse Altersmilde in Ihrem Temperament?

Nun, ich bewege mich zwischen zwei Extremen. Entweder bin ich ruhig oder ich bin ein Sturm. Bei mir gibt es kein Dazwischen. Und es gibt Momente, in denen meine Ruhe plötzlich in einen Anfall von Wahnsinn umschlägt und das ist dann gar nicht lustig. Ich hatte schon alles – ich habe Leute angeschrien und beschimpft und verprügelt, und ich wurde selbst verprügelt. Alles nicht besonders angenehm (lacht). Ich entschuldige mich nicht und schäme mich auch nicht dafür. Oft, wenn ich meinem Sohn Ratschläge gebe, sage ich ihm „Du musst geduldig sein, mein Sohn, Du musst Dich zusammenreißen.“ Und dann brechen wir beide in Lachen aus, wenn er erwidert „Echt jetzt, Papa? Und das gerade von Dir?“ und ich meine „OK, Bro, tu was du tun musst.“

In einem Interview mit GQ im Februar 2010 sagten Sie „Es gibt Tage, an denen ich mich innerlich einsam fühle. Ich schätze, so bin ich einfach. Ich bin nie Beziehungen eingegangen, weil ich mich davor fürchte. Ich habe einen Schild. Ich verlor meine Eltern, daher mag ich es nicht, jemanden zu verlieren. Mit 44 muss ich zugeben, dass ich sozial und emotional untauglich bin.“
Hat AbRam geholfen, diese Leere zu füllen oder diesen Aspekt an Ihnen verändert?

Bis Ihre Kinder 7 Jahre alt sind, bringen sie riesige Veränderungen für Ihr Leben mit sich. Dann werden diese Idioten groß und machen ihr Ding. Nun, ich kann nicht alle 7 Jahre ein Kind bekommen, obwohl das nach einer Lösung für meine Einsamkeit klingt (lacht). Ich liebe Kinder, was auch immer sie machen – ob sie sich nun schlecht benehmen, herumschreien, fluchen – man fühlt nur Liebe für sie. Genau das macht auch große Schauspielerei aus und ich glaube mein Ziel als Schauspieler ist es, kindliche Ehrlichkeit zu erreichen. Es steckt so viel Schönheit in ihren unverdorbenen, reinen Worten. Selbst wenn sie „Fuck off“ sagen, wird sie nicht durch die wörtliche Bedeutung des Ausdrucks zerstört. Viel meiner Zeit geht an meine Kinder. Ich verbringe viel Zeit mit AbRam, seinen drei Freunden und auch den Freunden von Aryan und Suhana. Es freut mich, dass ich ihnen nicht peinlich bin.

In der heutigen Zeit muss ein Star jederzeit erreichbar sein. Auf Twitter, Facebook, Instagram, Snapchat. Spüren Sie den Druck dieser modernen Form von sozialer Währung?

Das geht nicht. Ich habe keine Ahnung, wie man einen ‘Shout Out’ auf Twitter macht oder Leuten sagt ‘Ihr seid affengeil’. Ich bin verschroben und nicht gut darin. Ich kann niemanden zurückrufen oder Kurznachrichten beantworten. Wenn ich etwas mag, sage ich es Ihnen, sobald ich Sie sehe. Obwohl ich ein guter Gesprächspartner bin, bin ich sozial untauglich. Manchmal wäre ich einfach gerne in der Situation, dass nichts von mir erwartet wird. Als Star ist das nahezu unmöglich, es sei denn man ist in Gesellschaft eines 3jährigen. Alles erwachsenen Beziehungen sind voller Erwartungen. AbRam hat viel mehr ausgefüllt als ich es hätte vorstellen können.

Fürchten Sie sich davor, diesen Erwartungen gerecht werden zu müssen oder ist es eher so, dass Sie nicht mehr den Willen haben, in Menschen zu investieren?

Beziehungen zerstören die Liebe. Beziehungen haben Regeln. Und Regeln werden fehlgedeutet. Beziehungen haben Konditionen und Grenzen und, ja, Erwartungen. Man kann nicht danach leben, was Andere erwarten. Sie mögen eine Menge für Sie tun, weil sie es können oder die Zeit dazu haben. Aber die beste Art von Beziehungen sind diejenigen ohne Bedingungen. Nicht die, die auf „Wir müssen uns mindestens einmal im Jahr treffen.“ basieren. „Nein, Mann, das müssen wir nicht. Wir werden uns immer noch verstehen.“
Liebe sollte frei sein von Bedingungen oder es ist keine Liebe.

Einer meiner engsten Freunde lebt in LA und manchmal treffen wir uns jahrelang nicht, vergessen Geburtstage und Jubiläen, doch wenn wir zusammenkommen, machen wir da weiter, wo wir das letzte Mal aufgehört hatten. Selbst wenn er mir in schweren Zeiten nicht beistehen sollte, ist er noch immer mein Freund. Manche sagen „Aber wo warst Du in meinen schweren Zeiten?“ „Ich war mit meinen eigenen beschäftigt.“ „Aber deine hatten mit der Arbeit zu tun, meine waren emotional.“ „Fick Dich.“

Ich habe jede Menge Liebe für jede Menge Menschen aber ich kann nicht sagen, wann ich eine Beziehung mit ihnen habe.

Filmbranchen auf der ganzen Welt sind Brutstätten verlorener Liebe, zerbrochener Beziehungen und für Untreue. Wie hat Ihre Ehe überlebt?

Ich sage Ihnen was – es ist etwas schwierig, der Partner eines Filmstars zu sein. Unsere Leben gehören nicht unseren Partnern. Sie gehören der Welt. Man nennt uns Personen des öffentlichen Lebens, weil wir nicht länger ein Privatleben im eigentlichen Sinne haben.
Die Fähigkeit, das für so viele Jahre zu akzeptieren und eine eigene Identität und Raum für sich selbst zu schaffen ist äußerst schwierig. Und Gauri hat es wunderbar geschafft, einen Raum für sich selbst zu schaffen, in dem sie nicht als Shah Rukh Khans Frau wahrgenommen wird. Ohne zu zweifeln, zu reden oder etwas zu tun, hat sie ihre eigene Identität geschaffen und das verlangt ein sehr großes Herz.
Der Partner eines Filmstars zu sein bedeutet, dass man ihn oder sie nicht für sich hat. Und es erfordert Einiges, das durchzuziehen ohne sich herabgesetzt, klein oder unwichtig zu fühlen.
Die Beziehung zwischen Gauri und mir hat sich vollständig der Erziehung unserer Kinder zugewandt. Das passiert schlussendlich. Es gibt einen Punkt, an dem Eltern zu Eltern werden, und der alles verändert. Wir haben einen krassen 18jährigen, eine anmutige 16jährige und dann ist da noch der 3jährige kleine Gangster. Unsere Gespräche, unser Zusammenleben finden mit Blick auf unsere Kinder statt. Sie waren unser Mittelpunkt und haben unsere Welt buchstäblich zusammengehalten.

Hätten Sie es sich anders gewünscht?

Ich weiß es nicht. Es ist anders. Ich kann wegen meinen schlechten Freitagen nicht ihre Wochenenden ruinieren. Ich kann sie an einem für mich triumphalen Montag nicht dazu bringen vor Freude umherzuspringen. Wenn mein IPL Team im Finale mit einem Run verliert, kann ich sie nicht ins Badezimmer schleppen und heulen. Warum sollte ich sie auf diese Achterbahnfahrt mitnehmen? Dafür sind sie nicht hier. Ich kann ihnen nicht klarmachen, dass mir Fan eine Menge bedeutet hat und er nicht gut lief. Ich weiß, sie spüren es. Trotzdem erlaube ich meinem Tag nicht, in mein Haus einzufallen. Es ist ein schwieriges Gleichgewicht, das es zu halten gilt. Und das ist es, was mich einsam macht. Ich kann sie – meine eigene Familie – nicht in meine emotionalen Umbrüche ziehen. Nicht aus Mangel an Liebe, sondern aus Mangel an Wahlmöglichkeiten. Sie konnten sich dies nicht aussuchen, sie hatten keine Wahl.
Als Schauspieler bin ich ein Traum-Verkäufer. Aber das heißt nicht, dass ich, wenn die Träume sich nicht verkaufen, die Albträume nach Hause zu meiner Frau und meinen Kindern schleppe. Nein, das werde ich niemals tun. Es passiert in vielen Bollywoodfamilien. Aber nicht in meiner.

Es gibt viel Gerede darüber, Suhana wolle Schauspielerin werden. Werden Sie ihre Karriere starten, wenn es so weit ist?

Ich bin ein selbstsüchtiger Schauspieler, ich unterstütze nur mich selbst (lacht). Was immer meine Kinder tun wollen, sie müssen sich bilden. In diesem Haus gibt es eine Mindestanforderung an Bildung. Wenn man kein Gespräch mit mir führen kann, ist man nicht so weit. Ich glaube an Bildung – 80 Prozent dessen, was ich bin, bin ich wegen Bildung. Suhana möchte Schauspielerin werden und sie sagt, sie wolle es nicht von mir lernen. Was ein erstaunlicher Gedanke ist. Denn es bedeutet, dass sie das Gleiche machen will wie ich aber mit einer unabhängigen und einzigartigen Stimme.

Wie sieht Ihre Beziehung zu ihr aus?

Ich habe ihr ein Buch geschrieben. Das ist die einzige Weise auf die ich mich ihr meiner Meinung nach annähern konnte. Selbst bei meiner Familie bin ich ungeschickt. Ich werde nie in die Domäne eines Mädchens eingreifen, also hat sie ihre Privatsphäre.
Manches im Buch ist seltsam, manches fachlich, und manches ist einfach Konversation von Vater zu Tochter. Kürzlich hat sie es fertig gelesen und sagte, ich solle noch mehr schreiben. Ich bin dran.

Haben Sie sie schauspielern sehen?

Ja, sie nimmt an vielen Theaterstücken teil und ist als Schauspielerin ziemlich gut. Tatsächlich hat sie gerade ein Stück gespielt und ich könnte nun jede Minute einen Anruf darüber bekommen, wie sie sich geschlagen hat. Ich denke, man muss kein Schauspieler sein, nur weil Vater oder Mutter das möchten – man sollte Schauspieler sein, weil man nichts anderes sein kann.

Bollywoodstars haben bezüglich der geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede in der Branche stoisches Schweigen bewahrt.

Ich denke, jede Frau in dieser Branche arbeitet dreimal härter als die Männer und bekommt zehnmal weniger Geld. Aber nicht in meiner Firma. In den Filmen, in denen ich nur spiele und die ich nicht produziere kann ich das nicht durchsetzen – aber bei meinen Produktionen gibt es Lohngleichheit. Und ihre Namen tauchen im Vorspann vor meinem auf.
Ich spreche nicht über Veränderung. Ich bin die Veränderung. In meinen Filmen steht der Name der Dame immer vor meinem. Auf den Filmsets genießt die Schauspielerin höheres Ansehen als Männer – niemand sagt ‘Du’; es heißt immer ‘Sie’.

Oftmals werden Sie als größter Filmstar der Welt benannt und das befeuert die Behauptung, sie lebten ein verzaubertes Leben. Ein Haus mit mehr Räumen als Sie wohl benutzen, schicke Autos, luxuriöse Reisen – ein Leben von solch schwindelerregender Oppulenz, das die Meisten nie wissen werden, was es bedeutet, Sie zu sein. Kommt da nicht ein Gefühl deprimierender Weltmüdigkeit auf, da es nichts mehr gibt, dass sie wollen würden aber nicht haben können…

Mir ist bewusst, dass ich einen einzigartigen Platz in den Herzen der Menschen einnehme und ich erhalte mehr Liebe von ihnen als ich womöglich verdiene.
Doch das ist es, was mich jeden Morgen aufwachen lässt – um sicherzustellen, dass diese Liebe bestehen bleibt. In den ersten fünf Jahren meiner Karriere hatte ich keine Ahnung. In den jetzigen fünf Jahren möchte ich sichergehen, dass ich Dinge tue, die mir das Gefühl geben geliebt zu werden, und um mir selbst zu beweisen, dass ich all das verdiene von dem Sie gesprochen haben. Ich möchte mit all diesen Menschen, die mich angeblich lieben – 3 Milliarden – beisammen sitzen und jedem einzelnen ein besonderes Gefühl geben und mich ihrer Zeit und Bewunderung wert erweisen. Ich möchte sie fragen „Habe ich euch genug unterhalten für all die Liebe, die ihr mir gegeben habt? Sind wir quitt?“ Ich möchte das wissen und mich besser fühlen, wenn ich höre, dass ich das wohl getan habe. Diese Unruhe hält mich am Leben, hält mich wach, bringt mich zu Bett und weckt mich auf, um auf ein Filmset zu gehen.

Und das ist alles andere als Weltmüdigkeit. Es ist Begeisterung.

Gibt es jemals einen realen Moment, einen Moment vollkommener Zurückgezogenheit, der einen SRK ohne Ruhm mit sich bringt?

Oh ja. Wenn ich nicht schauspielere, bin ich ein lässiger Typ, der in einer alten Jeans und mit strubbeligen Haaren herumgammelt. Viele sagen mir „Was machst Du denn, dass Du so aussiehst?“ Und ich erwidere nur „Also bitte. Das ist ein Moment, in dem ich nichts spiele und ich möchte diesen Moment genießen, in dem ich ganz ich selbst bin.“

~ Ankur Pathak für Huffington Post India
Quelle Teil 1
Quelle Teil 2
Übersetzung: @SRK_auf_Deutsch/@Tuilere

 

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