Archive for the ‘SRK’s DNA Kolumne Deutsch’ Category

Inspiration ist ein Gast, welcher die Faulen nicht aus freien Stücken aufsucht… -Tschaikowski

Effizienz ist intelligente Faulheit… -David Dunham

Das Symbol für Fische entstand in den Zeiten Babyloniens, zu denen das Sternbild mit den zwei großen Flüssen in Verbindung gebracht wurde: Euphrat und Tigris. Offenbar ist Fische eines der ältesten Zeichen des Tierkreises.

Etwas fischiges
Ich nahm immer an, dass die beiden Fische, welche die Schwanzflosse des jeweils anderen ansehen, für die Zweiheit der Natur stehen. Gut und Böse. Oder vielleicht einfach für eine generelle Richtungslosigkeit. Auf einem eher jugendlichen Level brachte es mich ebenfalls auf den Gedanken ‘vielleicht ist es eine fischige Version der 69er-Stellung’. Doch nun, da ich einige Recherche betrieben habe, fand ich heraus, dass es die duale Natur von Fischen in einem völlig anderen Kontext symbolisiert. Ich googelte los und kam dahinter, dass die in entgegengesetzte Richtungen schwimmenden Fische das Anzeichen einer intuitiven und idealistischen Natur (aufwärts schwimmender Fisch), verbunden mit einem Sinn für das Praktische und Bodenständigkeit (abwärts schwimmender Fisch) sind. Sie sind idealistische Realisten! Ziemlich beeindruckend, was?! Ich wünschte, ich wäre auch ein idealistischer Realist, denn auf diese Weise hätte meine ‘Ich werde den besten indischen Superheldenfilm aller Zeiten machen’-Idee genauso in die Kinokassen-Stratosphäre schießen können, wie sie mein Lieblingstraum ist.

Negativ sein
(Nebenbei habe ich auf einer der Webseiten, die ich durchforstet habe, bemerkt, dass Idealismus unter den ‘negativen’ Fische-Eigenschaften aufgelistet ist! Das fand ich sogar noch interessanter als über die Bedeutung der verwirrten Fische gestolpert zu sein. Warum würde jemand denken, dass Idealismus eine schlechte Sache sei?)
Dessen ungeachtet scheint der Fisch eine Anzahl wundervoller Eigenschaften inne zu haben: Intuition, Instinkt, Vorstellungskraft, Güte waren alle unter Positiv gelistet. Auf der Liste des Negativen (gleich unter Idealismus) fand sich ‘Faulheit’. Nun, Faulheit hat mich immer fasziniert. Als halb-böser Skorpion vermute ich, dass es nicht schaden kann, zur Abwechslung über eine sogenannte negative Eigenschaft zu schreiben. Diesen Monat ist es also Faulheit. Und lassen Sie mich beginnen, indem ich sage, wenn es eines gibt, was ich immer bestrebt war zu sein (und nie wirklich hinbekommen habe), ist es FAUL!

Das Geräusch in meinem Kopf
Ich habe mein Äußerstes getan, meinen Geist auf Trägheit herunter zu kurbeln, ohne jegliches Glück. Erst kürzlich bin ich morgens aufgewacht, sah auf meine Uhr und beschloss, im Bett zu bleiben so lange ich kann. Innerhalb von Minuten surrte mein Kopf von Dingen, die zu tun waren. Ich registrierte 54. Ich war wach, checkte meine Mails, hauptsächlich bestehend aus seltsamen Grundstücksgeschäften an seltsameren Orten und schlau getarnten Nachrichten, welche ausnahmslos zu billigeren Angeboten für Cialis und Viagra weiterleiten. Ich machte Anrufe für belanglose Meetings und wurde überall abgewiesen. Dann verbrachte ich Zeit damit, Nummern aus meiner Anrufliste zu wählen, die ich nicht kannte, in dem Versuch, aus wichtigen Fremden schlau zu werden, welche vielleicht mein Leben bevölkert hatten, als ich im Kindergarten war. Allgemein gesagt, machte ich mich selbst zur Nervensäge. Ich bewundere Menschen, die fähig sind, nichts zu tun. Ich bewundere ihr lässiges Tempo und ihren mühelosen Abstand zum Erfolg. Ich bewundere, dass sie herumliegen können, ohne das Gefühl zu haben, einen Mord zu begehen, denn das kann ich nicht. Die einzige Zeit, in der ich nicht arbeite, ist wenn ich schlafe. Im Grunde habe ich das Gefühl, dass, falls jemand meine Gehirnwellen selbst zu dieser Zeit aufzeichnen würde, diese wohl auf irgendwas verdächtig mit meinem Beruf Verknüpftes gerichtet wären. Wahrscheinlich würde ich in meinen Träumen Mädels in fahrende Züge helfen und mich mit Raufbolden anlegen, die doppelt so groß sind wie ich oder verschiedene Wege austüfteln, meine Arme weit auszubreiten. Ich habe das, was meine Mutter als ‘Hummeln im Hintern… und Schlafanzug’ diagnostizierte.

Bequemlichkeit in Luxus
Faulheit, sagt man, ist die Abwesenheit des Sinns für Verantwortlichkeit. Kinder können beneidenswert faul sein. Wie mein Sohn. Ich habe das zuvor erwähnt, doch aufgrund fehlenden Erinnerungsvermögens und da dies ein Artikel über Trägheit ist, werde ich die gleiche Geschichte nochmals erzählen. Mein Sohn studiert weit weg von daheim und wird zutiefst von mir vermisst. Von Zeit zu Zeit werde ich daher, von väterlichen Gefühlen überwältigt, eine lange Nachricht von Liebe oder Lehre an ihn schicken. So wie das Folgende, was ich irgendwo gelesen hatte: ‘Ein Sohn ist Wahrheit mit Schmutz im Gesicht, Schönheit mit einem Schnitt im Finger, Weisheit mit Gestank in seinen Haaren und die Hoffnung der Zukunft mit einem Frosch in der Tasche… Ich vermisse dich, mein großartiger Sohn… bla… bla… bla… heul… heul …heul…’ Und er antwortet auf meine lange Nachricht mit einem einzelnen Buchstaben… ‘K!’ Was bedeutet ‘K’, Himmelherrgott? Wie faul kann man sein, nicht mal ein ‘O’ davor zu setzen? Es ist eine Frage von einem klitze-klitze-winzig-kleinen Antippen einer Taste, mehr nicht. Kinder können so mühelos faul und herzlos sein, wenn ich das anmerken darf. (Dachte, ich muss hinzufügen, dass mein Freund Karan Johar mit ‘K’-Antworten auf seine Nachrichten ziemlich zufrieden ist.)

Die Mercedes-Kinder
Ich habe das Gefühl, es ist ebenso eine Frage von Übung wie von der Lebenslage. Es ist wahr, dass jene, welche die Mittel zu ihrem eigenen Lebensunterhalt nicht selbst beschaffen oder aufbauen müssen, es sich leisten können, weniger hart zu arbeiten und getrieben zu sein, als diejenigen, die die Bürde der Notwendigkeit tragen. Doch ist da eine Komponente der Rigorosität im Enthusiasmus zur Arbeit und diese aufzubauen ist grundsätzlich ein Ergebnis von Übung. Anders als ich, wurden meine Kinder in Wohlstand hineingeboren und sie haben alles, was Kinder ihres Alters sich wünschen könnten. Ich habe ihnen nie etwas verweigert oder versucht, ihnen den materiellen Wert der sie umgebenden Dinge einzuschärfen. Mir ist diese Angewohnheit vieler Eltern zuwider, die Dinge sagen wie: ‘Sohn, das Shirt ist teuer, da darf nichts drankommen’, und das Kind seinen Freunden am Ende erzählt, das Shirt hätte zu viel gekostet, um es dreckig zu machen. Dann sind da die armen Kinder, denen es nicht erlaubt ist, die schicken Autos ihrer Väter zu versauen und herumlaufen und jedem erzählen, dass sie in einem Mercedes zur Schule kamen (noch immer mit den Plastikbezügen über den Sitzen, seit zwei Jahren). Das kommt mir schäbig vor, um ganz ehrlich zu sein!

Meine Rolle als Vater
Meine Fähigkeit, meine Kinder versorgen zu können, ist eine Sache tiefen Stolzes in meinem Herzen, von daher habe ich es immer als unwichtig erachtet, ihnen den materiellen Wert der Dinge in ihrem Leben bewusst zu machen. Allerdings ist es maßgeblich, dass sie den Wert harter Arbeit und Beharrlichkeit verstehen. Ich habe versucht, dieses Verständnis sicherzustellen und ihnen zu helfen, es in eine Lebhaftigkeit zu transformieren, welche sich in der Weise, auf die sie Dinge tun, widerspiegelt, ob es nun Sport ist oder Wissenschaften oder ihre schulischen Leistungen. Ich habe versucht, sie die Essenz von harter Arbeit und dem Nicht-Aufgeben zu lehren. Es wieder und wieder zu versuchen, wie die international gefeierte Ameise, bis man Erfolg hat. Ich bin stolz, dass sie diese Lektion gänzlich gelernt haben. Jedoch muss ich Sie warnen, das hat auch seine Schattenseiten. Besonders, wenn man mit ihnen Scrabble spielt und sie dabei besiegt. Dann muss man die ganze Nacht spielen, bis man gegen sie verliert oder man am Ende nicht-existente Worte wie ‘zigges’, ‘roulter’ oder ‘akhrot’ legt, sodass sie einen mit einem illegalen Wort erwischen und man schlafen gehen kann. Faulheit ist nicht lediglich ein körperliches Phänomen, ein Stubenhocker zu sein, Fritten zu mampfen und den ganzen Tag Cricket zu schauen. Es ist ebenso eine mentale Sache und das ist der Teil, den ich nie angestrebt habe. Ich sehe Anzeichen dieser Art von Faulheit überall um mich herum. In der Welt von Kreativität, führt Bequemlichkeit zur Unfähigkeit, rigoros genug zu sein, furchtlos zu erschaffen. Sie bringt uns dazu zu plagiieren oder unsere Kreativität zu verwässern, um sie für die Öffentlichkeit akzeptabler zu machen.

Das filmische Verrückt
Es gibt in Bollywood eine berühmte Geschichte über diese renommierte und respektierte Schauspielerin, die äußerst leidenschaftlich bei ihrer Arbeit ist. Sie ging zum Regisseur und führte ihm einige Variationen eines geistig behinderten Charakters vor, welche sie ausprobierte. Sie hatte tief gehende Recherchen zu den verschiedenen mentalen Leiden betrieben und inwiefern bestimmte Gebrechen ihre Darstellung beeinflussen werden. Offenbar fragte sie den Regisseur, nachdem sie die verschiedenen Variationen vorgeführt hatte: „Sir, wie möchten Sie, dass ich es darstelle, schizophren-‘verrückt’ oder manisch-depressiv-‘verrückt’?“ Der Regisseur, der selbstverständlich nicht so gewissenhaft wie die Schauspielerin war, hatte keine Ahnung, worauf sie hinauswollte, sah sie an und sagte: „Madam, ich will einfach nur, dass Sie es filmisch-‘verrückt’ spielen.“ Dann fuhr er damit fort, ihr Referenzen zu geben, wie Rollen in früheren Hindi Filmen von verschiedenen Künstlern gespielt worden waren. (Ich bitte um Verzeihung für den Gebrauch des Begriffes ‘verrückt’ auf politisch unkorrekte Weise.)

Der faule Moment
Während ein wenig hiervon in Ordnung ist (wir alle tun es in einem gewissen Rahmen – und nennen es Inspiration) stellt zu viel Gewohnheitsmäßiges davon eine äußerst lausige Kunst dar. Ein Künstler gehört zu seiner Kunst, nicht seiner Kunstfertigkeit. Die Essenz von Kreativität ist es, fähig zu sein, seine eigene Wahrheit in der Kunst so sorgfältig wie möglich beizubehalten. Das erfordert Mut. Es ist viel einfacher, Kompromisse zu machen. Manchmal findet das, was für Sie am wahrhaftigsten ist, keinen Nachhall in der Sie umgebenden Welt, und die Fähigkeit, diese Trennung Ihrer Ideen von denen Ihres Publikums zu überstehen ist unmöglich, wenn Sie sich erlaubt haben, bei Ihrer Kreativität zu faul zu sein.

Meister-Köpfe
Die meisten Meister wurden erst lange nach der Zeit erkannt, in der sie lebten. Der Rest der Welt brauchte Jahrhunderte, um dort anzukommen, wo sie ihre eigene Wahrheit mit der des Künstlers, die er von sich geäußert hatte, auf dieselbe Ebene stellen konnte. Ich kenne keinen einzigen Meister, der bei seiner Kreativität faul gewesen wäre. Das kommt daher, dass, sobald die Dinge, die Sie erschaffen, ein Teil von Ihnen sind, es unmöglich ist, sie als Pflichten zu empfinden. Wenn Ihre Kreativität auf einer oberflächlichen Ebene arbeitet und nicht mit Ihnen harmonisiert, wird es schwer, alles zu geben, was Sie haben.

Schüler und das Lernen
Auf die gleiche Weise wie Faulheit zu einem Fehlen von kreativer Rigorosität führen kann, gibt es auch eine Form von intellektueller Faulheit, welche uns davon abhält, tief genug zu forschen oder neugierig genug zu sein, unsere eigenen Antworten auf Fragen zu finden. Ich bin oft erstaunt über die intellektuelle Faulheit, die beispielsweise von manchen unserer Schulen oder Lehrer unterstützt wird. Kinder schreiben Aufzeichnungen ab, lernen für Prüfungen aus Büchern, zusammengestellt aus den Fragebögen des letzten Jahres, Lehrer bringen sie zum Schweigen, wenn sie zu viele Fragen stellen und so weiter. Ein Lehrer wurde von einer Schule in Atlanta suspendiert, weil er den Schülern während einer Prüfung alle Antworten gab und als man ihn dazu befragte, sagte er: „Ich musste ihnen die Antworten geben, weil sie strohdoof sind.“ Dies scheint ein perfekter Lehrer für schlecht vorbereitete Schüler zu sein, doch das Argument, das ich anbringen will, ist, dass Lehrer manchmal das Selbstvertrauen der Kinder schmälern, in ihrem Bestreben, einen guten Notenschnitt für die Schule oder sogar die Kinder selbst zu erreichen. Wir müssen den Kindern Selbstvertrauen anerziehen, sodass sie sich niemals dumm fühlen, wenn sie die Tatsache akzeptieren, dass es Dinge gibt, die sie nicht wissen und darin keine Schande liegt oder ihren Lehrern dasselbe sagen, damit sie ihnen dabei helfen können.

Tabloidisierung
Der Zauber des Lernens wird durch eine intellektuelle Oberflächlichkeit am Wachstum gehindert, die sich in unserer Gesellschaft als Ganzes widerspiegelt. Das geistige Niveau von Urteilsbildung wird heruntergeschraubt. Schalten Sie den Fernseher an und Moderatoren sind mehr daran interessiert, zu zeigen, dass sie schlau sind, als daran, überhaupt ein relevantes Argument anzubringen. Tatsächlich ist das alles äußerst faul. Fakten werden nicht geprüft, Zahlen werden ohne jegliche Grundlage ausgegeben und Urteile ausgesprochen, ohne irgendein Bedürfnis nach Beweisen. So oft finde ich heraus, welchen Film ich mache und mit wem, nachdem ich erfahre, wen ich ersetzt und aus dem Film verdrängt habe. Genauso berechne ich mein Gehalt, wie es in manchem von dem Kram zitiert wird, den ich lese und höre, wenn ich mich wie Carlos Slim fühlen will (Anm.: Carlos Slim Helú, mexikanischer Multimilliardär und ehemals reichster Mensch der Welt)
Ich habe kein Problem mit der Tabloidisierung von Nachrichten, ich habe ein Problem mit der Faulheit dahinter, nicht mal ein paar reale Grundlagen für einen Kommentar zu besorgen. Das ist alles! Ansonsten erfreue ich mich am Klatsch, wie jeder andere auch. Ich kann nicht sagen, dass ich ihn mag, doch manchmal genieße ich ihn. Was mich zur niederträchtigsten aller Faulheiten auf meiner Faul-Liste führt: Moralische Faulheit oder das Fehlen von moralischer Rigorosität.

Moralvorstellungen und Werte
Ich bin kein Moralist und habe meine eigene, ganz bestimmte Vorstellung davon, was Werte sein sollten (damit werde ich jetzt nicht anfangen). Ich gebe nicht vor, ein Mahatma zu sein oder sogar nach dem Nirvana zu streben, wie manche es tun mögen. Meine Moralvorstellungen sind wahrscheinlich der idealistisch-realistische Teil von mir, doch sie sind wohlüberlegt und eindeutig. Ich bin permanent fassungslos angesichts der moralischen Faulheit, welche uns größtenteils umgibt. Es geht nicht darum, dass Leute ihre Leben am Rande einer sozial akzeptierten Sittlichkeit zubringen. Ich bin solchen Dingen gegenüber nicht wertend, genau genommen bin ich überzeugt, dass jeder seinen oder ihren eigenen Bereich haben und seine oder ihre eigenen Grenzen definieren muss, vorausgesetzt, dass sie anderen keinen Schaden zufügen. Es verschlägt mir den Atem, wenn Leute eine große Sache aus der Sexualität anderer machen oder daraus, was sie in ihrem Privatleben tun. Wenn jemand Liebe auf eine Weise zum Ausdruck bringen will, wie sie es wünschen und all das einvernehmlich und glücklich mit ihrem/n jeweiligen Partner/n geschieht, sollten wir es einfach gut sein lassen, denke ich. Es ist Liebe! Es mag nicht Ihre Vorstellung von Liebe sein, doch das macht es nicht falsch oder unmoralisch.

Die einfachen Dinge
Es ist das Fehlen der Tiefe, mit der Leute ihr eigenes Benehmen betrachten und die Leichtigkeit, mit der sie sich entschuldigen, was ich faszinierend finde. Ich beziehe mich nicht auf große Dinge (Futter-Betrug, Kohle-Gaunerei, Cricket-Skandale usw.). Ich rede von den einfachsten Sachen. Die Art, wie Menschen ihre Freunde behandeln, wie ‘professionell’ es wird, sich gegenseitig im Stich zu lassen oder sich gegenseitig zu benutzen aufgrund von Zweckdienlichkeit zur ‘Freundschaft’ wird. Ich rede von den alltäglichen Dingen, die unser Leben erst lebenswert machen. Ich glaube, das Wesen von Freundschaft ist Anstand, nicht Liebe. Liebe ohne Anstand ist unvollständig. Anstand kommt nur zu Stande, wenn man eine gewisse moralische Rigorosität auf sich selbst anwendet. Er ist das Produkt des Verstehens der eigenen Unzulänglichkeiten, des Betrachtens der Punkte, in denen man sich geirrt und die Grenzen der eigenen Werte überspannt hat. Somit öffnet man sein Herz den Fehlern und Schwächen von anderen Menschen. Man versteht, dass auch sie in ihren eigenen Zwängen gefangen sind, ihren Komplexen und Unsicherheiten. Man erwartet keine Perfektion in Beziehungen, wenn man gelernt hat, anständig zu sein. Man akzeptiert die Schönheit ihrer Unvollkommenheiten und ist fähig, dessen ungeachtet zu lieben.

Richtig und Falsch
Ich habe irgendwo gelesen, dass die Lebenserfahrungen jedes Menschen ein einzigartiges moralisches Universum um Individuen erschafft, welche zu einer Art Biographie ihres Lebens werden und festlegt, wie sie es leben. Ich fand diesen Gedanken interessant und wahr. Manche dieser Universen sind allzu einfach und linear, während andere extrem komplex sind. Manchmal ist es leichter in einfachen Rahmenkonzepten zu leben, da ihre Rigidität bequemer ist als die Fluidität derer, die komplexer sind. Die Faulheit entsteht, wenn man in einem bestimmten Rahmen bleibt ohne ihn jemals in Frage zu stellen. Die Frage ist nicht, ob man richtig oder falsch liegt, gut oder böse ist, besser oder schlechter. Die Frage ist, ob man jemals sein Besser-sein oder Schlechter-sein oder seine Tugend oder seine Fähigkeit, schlecht zu sein, anzweifelt. Ebenso ist die Frage, was man als gut akzeptiert und wie und warum man entscheidet, es auf diese Weise zu definieren.

Das Leben im Fischglas
Wenn Sie alle sich zu viele Entschuldigungen und zu wenige Herausforderungen erlauben, werden Sie aller Wahrscheinlichkeit nach unglücklich bleiben und unfähig, andere um Sie herum glücklich zu machen. Sich vorzustellen, dass das ganze Universum sich gegen Ihre Freude verschwört mag einfacher sein, als in sich selbst hineinzuschauen und darüber nachzudenken, wie sehr Sie selbst zu Ihrem eigenen Leid beitragen, doch macht es Sie nicht auch nur ein wenig glücklicher. Wir Schauspieler sind erfahrene Verschwörungstheoretiker. Im Goldfischglas zu leben, wie wir es tun, macht es uns leicht, uns für sehr wichtig zu halten und es folgt, dass wir dazu tendieren, uns auch ungerecht behandelt zu fühlen. So wie kürzlich diese bescheuerte, große Tür auf mich fiel und mich ziemlich ernst verletzte. Lektion für junge Leute: Manchmal können große Türen oder Menschen, die euch verfallen, euch recht böse verletzen (doch das ist ein anderer Artikel). Zurück zu Schauspielern, die sich schikaniert fühlen. Mir wurde verständlich gemacht, dass einige Leute glaubten, dieser Unfall sei geplant worden, um meine sogenannte Konkurrenz auszustechen. Wirklich! Was kommt als nächstes? Entführt werden und meine Körperteile an Kinos verschicken, damit sie an die Zuschauer verteilt werden, falls sie Gruppentickets kaufen? Nur um die Dinge ins rechte Licht zu rücken, alles, was ich versuche, ist Filme innerhalb des Bestmöglichen meiner Fähigkeiten und mit Leidenschaft zu machen. So einfach ist das, Punkt! Jegliche anderen Verschwörungstheorien, welche um meine Unfälle oder mein öffentliches Benehmen gesponnen werden, sind falsche Vorstellungen. Ich erinnere auch mich selbst daran, nicht diesem Übel der Schikane ins Netz zu gehen.

Rahul gegen Hamlet
Unentwegt Hamlet zu spielen macht überhaupt keinen Spaß. Mit allen gebührenden Entschuldigungen an Shakespeare, Hamlet war ein rührseliger Langweiler. ‘Rahul’ andererseits, ist ein viel interessanterer Kerl. Er zwingt die Welt um sich herum ins Glück, singt Lieder wann immer er traurig ist oder nach weiblicher Aufmerksamkeit hungert und hat einen Sinn für Humor sich selbst gegenüber. Nebenbei sieht er sich ganz genau im Spiegel an, nimmt sich zusammen und arbeitet hart an was auch immer er entschieden hat zu tun (selbst wenn es darum geht, Anjali dazu zu bewegen, sich in ihn zu verlieben).
Daher ist mein tiefsinniger Rat an euch alle für diesen Monat: Kriegt euren Hintern hoch und lasst euch was einfallen. Seid mutig genug, nicht zu bequem mit dem zu sein, was ihr sein könntet und solltet. Entschuldigt euch nicht für die wunderbaren Menschen, die ihr eigentlich seid. Das Universum ist eine Verschwörung aus Schönheit und Glückseligkeit, versteckt hinter der natürlichen Einfachheit seiner unendlichen Komplikationen. Lasst euch nicht vom Leben einschüchtern (oder dem Satz vor diesem hier, er ist konzipiert, damit ihr euch einiger eurer intellektuellen Faulheit entledigt), stellt einfach sicher, dass ihr euch weigert zu träge zu sein, es gut zu leben.
Jetzt ist meine Arbeit für diesen Monat getan. Ich muss unter meine Bettdecke kriechen, Knabberzeug besorgen und ausdruckslos auf den Fernseher starren, wie die Höhlenmenschen, die nach einem Tag des Jagens ins Feuer starrten. Bloß damit ich mich nicht faul fühle, wurde diese ganze Einrichtung in meinem Fitnessraum aufgebaut, inmitten von Kurzhanteln und dem Geruch nach Schweiß. Bis zum nächsten Sternzeichen… zzzzzzzzzz… zzzzzzzz.

~ Shah Rukh Khan for/für DNA After Hrs (India)
Quelle
Translation by/Übersetzung durch @Tuilere

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“Ich glaube, dass Gandhi unter den Politikern unserer Zeit in seinen Ansichten am stärksten erleuchtet war.
Wir sollten uns darum bemühen, in seinem Geist zu handeln: keine Gewalt einzusetzen, wenn wir für unsere Sache kämpfen, sondern die Beteiligung an dem zu verweigern, was wir als böse ansehen.” ~Albert Einstein

Der Zweck jeglicher Wohltätigkeit ist es schlichtweg, die Spiegel der Menschen in Fenster zu verwandeln. Ein nach außen gerichteter Blick auf die Bedürfnisse der Welt ist unermesslich, verglichen mit dem, der nach innen gerichtet ist.“ ~Shannon L. Adler

Gänzlich unumwunden, der Wassermann ist der Vertreter der Humanität im Tierkreis. Lassen Sie uns Klartext sprechen, ich mag Menschen, die Dinge für andere Menschen tun, ich mag ebenso Menschen, die Dinge für Tiere, globale Erwärmung, Weltfrieden, Unterwassergeschöpfe, gefiederte Wesen, Amphibien und eigentlich Alles und Alle da draußen tun, die eine helfende Hand benötigen. Ich mag sogar den erhabenen Klang des Wortes ‘humanitär’, tatsächlich könnte es nach dem Wort ‘Legende’ möglicherweise mein Bestreben sein, es in meine Grabinschrift meißeln zu lassen:

Hier liegt eine ‘Legende’ des Kinos, einfühlsam und ‘humanitär’,
hat sich ins Paradies geraucht und wurde nie zum Vegetarier.“

Ich bekomme jede Menge Kritik mich nicht für soziale Zwecke einzusetzen und ich werde später erklären, warum. In der Zwischenzeit habe ich einige ‘gute Zwecke’ im Internet nachgelesen, mit der Absicht, den einen oder anderen zu zweckentfremden und meinen ‘Berühmtheit ohne guten Zweck’-Ruf zu bewahren.
Hier ist das, was ich mir einfallen ließ:

David Gracer befindet sich auf einem Ein-Mann-Kreuzzug für ein bescheidenes Ziel: Die Welt zu retten. Während manche Möchtegern-Helden hoffen, durch die Beseitigung von Treibhausgasen oder das Starten von wahnsinnig geheimen Militäreinsätzen die Menschheit den Klauen des Aussterbens zu entreißen, hat David Gracer einen anderen Plan im Sinn. Er will die Welt mit Entomophagie retten, was bedeutet, dass der Schlüssel zu unserer Errettung darin liegt, köstliche, scharfe Hühnerflügel zu meiden und stattdessen Käfer zu essen.“

Ich war nie ein Essens-Liebhaber, es ist einfach nicht mein Ding. Ich schätze, ich könnte versuchen, auf ein paar Kakerlaken und Grillen herumzukauen, doch bin ich nicht sicher, ob das irgendwas außer meinen ständig wachsenden Exzentrizitäten retten würde. Stattdessen könnte ich meine eigene Version von ‘Die Welt mit dem Bauch retten’ machen, indem ich mir einen Eight-Pack zulege.

Meine Tochter und ich sahen kürzlich ‘Two Broke Girls’. Wir sahen dem französischen Typen zu, wie er sein Shirt auszog; mit der ganzen Selbstgefälligkeit eines als Helden verehrten Vaters fragte ich sie erwartungsvoll: „Ist der heißer als ich?“ „Natürlich ist er das, Papa“, antwortete sie kichernd. Ich schwor, ich würde diesen französischen Kerl überflügeln, seinen Körper in den Schatten stellen, besser strippen als er mit seinem 20-jährigen Brustkorb und ihn aus den Träumen meiner Tochter vertreiben. Ich stürzte mich ins Fitnessstudio als sei ich Schwarzenegger in der Vorbereitung für seinen Mr. Universum Wettbewerb (vor 20 Jahren!!). Das Lied im Hintergrund war natürlich ‘Eye Of The Tiger’ und meine Lippen formten unaufhörlich die Worte: „Ich komme wieder!“ (Anm.: Terminator)
Trainingseinheiten wurden noch nie so oft wiederholt wie an diesem Abend. Kein Mann kann es sich leisten, aus der ‘heißester Typ der Welt’-Liste seiner Tochter verdrängt zu werden.
Das kann einfach nicht angehen. Ich zählte darauf, für den Rest meiner Tage ihr Mr. Universum zu sein.

Zwei Tage später löste sich eine Tür, zweimal größer als mein verletzter Stolz, aus ihren Angeln und stürzte auf mich. Ich habe nun eine gebrochene Schulter, eine derangierte Kniescheibe, eine Narbe an der Birne und einen zerbröselten Mr. Universum Traum. Ich liege im Bett, sehe wieder mit meiner Tochter fern und wissen Sie was? Nun ist es ‘Two Broke Girls’ und ein halb kaputter Kerl!!! (Anm: ‘Two Broke Girls’ and A Half Broken Man)
Eindeutig funktionierte mein ‘Die Welt mit deinem Bauch retten’ Plan nicht.

Hier ist ein weiterer lohnender Kreuzzug, den ich fand: Der ‘Keiner außer mir wird meinen Tanz tanzen’-Kreuzzug.
„Der ‘Electric Slide’ gehört Ric Silver. Dank Ric Silver und seinem Ein-Mann-Kreuzzug, Leute vom Tanzen des ‘Electric Slide’ in der Öffentlichkeit abzuhalten, wird jeder, der beim ‘Electric Slide’ erwischt wird, mit der ganzen Härte des Gesetzes bestraft. Aus welchem Grund denkt Ric Silver, er könne jeden anderen davon abhalten, die ganze Nacht mit Line Dance durchzutanzen? Weil er das Copyright auf den ‘Electric Slide’ besitzt.“

Also das hat mich zum Nachdenken veranlasst. Wenn man schon eine ‘gute Sache’ sein Eigen nennen will, warum dann nicht mit dem Aneignen der ganz eigenen, raffinierten Bewegung auf der Tanzfläche anfangen?
‘Ich werde mir den Lungi Dance schützen lassen’, dachte ich mir in einem Anfall von Brillanz. Ich könnte den Lungi patentieren lassen und die Tanzschritte vermarkten. In meinem Kopf formten sich Bilder: Animationen, Lungi Dance-Figürchen, Quartett-Spielkarten für verschiedene Tanzbewegungen, Frühstücksboxen, bedruckt mit Lungi Dance-Logos, der ganze Krempel eben. Ich könnte sogar eine Lungi Dance-Polizei haben, so wie die Moral-Polizei, welche glücklose Liebespaare aus Parks und versteckten Ecken vertreibt.
Meine Fanclubs könnten ihre Leistungen für diesen großartigen Zweck zur Verfügung stellen, wir könnten Schilder drucken mit der Aufschrift ‘Der Lungi Dance gehört SRK’, ‘Tanz nicht den Lungi Dance, Alter’ oder ‘Jeder, der den Lungi Dance tanzt, wird strafrechtlich verfolgt’ und Demonstrationen im Jantar Mantar
(Anm.: in Delhi) abhalten. Wir könnten uns sogar als politische Partei registrieren lassen und einigen unserer Landsleute einen harten Wett-‘Tanz’ bieten.

Wer weiß, wir würden damit vielleicht die öffentliche Vorstellungskraft erfassen. Ich könnte mein Aussehen verändern, einen Lungi tragen und ein Nationalheld werden. Mein politisches Motto könnte lauten: „Wenn Politik langweilig wird, mach den Lungi auf.“ (Anm.: „Jab politics ho jaaye Gungi, tab kholo unki Lungi.“)
Wenn schon nicht der Held meiner Tochter, muss eben Held der Nation genügen. Doch ich rüttelte mich selbst innerhalb von Sekunden aus dieser Fantasie auf.
Der Gedanke, den Lungi zu tragen, ohne von einer klassisch schönen Heroine flankiert zu werden, ist unerwünscht und, wie ich schon sagte, eine Kleinigkeit zu luftig für die Kälte Delhi’s. Brrrr.
Dieser Traum musste auf der Stelle auf Eis gelegt werden! Ich kann diese Sache also ebenso in der Ruhmeshalle der abgelehnten guten Zwecke aufhängen.

Die nächste Sache, welche ich in meiner Enzyklopädie des Sozialen Engagements nachschlug war folgende:
„Ed Lake, Ermittler in Sachen gefälschte Pornografie: Jeder, der sagt, Ritterlichkeit sei tot, hat offensichtlich noch nie von Ed Lake gehört. Seit 1996 durchstreift er das Internet, um Maiden in Not vor dem Übel der Bildmanipulations-Software zu beschützen. Seitdem er ein gefälschtes Nacktbild von Gillian Anderson gesehen hatte, widmete Ed seine Freizeit der „Erforschung“ anderer Nippelaufnahmen, um festzustellen ob es sich um das einzig Wahre handelt. Weil er ein Kavalier ist.“

Na das war doch mal eine wirklich abgefahrene Idee. Ich könnte jemanden anstellen, das für mich zu erledigen. Kein Image-Wechsel, keine verschwitzten, öffentlichen Kundgebungen, kein irrsinniges Training, das hier war simpel. Einen Kerl anheuern, der Tag ein, Tag aus das Netz durchforstet; alles, was er tun muss, ist, veränderte Bilder von mir zu finden und sie sich in Luft auflösen zu lassen (Ich bin mir allerdings nicht sicher, wie der Verschwinde-Teil funktionieren würde). Oder noch besser, jemand könnte meinen Kopf für mich auf den Körper des französischen Typen fotomontieren und dafür sorgen, dass das jedes Mal auf dem Monitor meiner Tochter erscheint, sobald sie ihn googelt. ‘Heißer als ich’ am Arsch!!

Doch als ich damit beschäftigt war, mir vorzustellen, wie ich mich auf dem Mac meiner Tochter materialisiere, aussehend wie ein Hengst, der halb so alt ist wie ich, stieß ich zufällig auf diesen Kerl:
„Pennsylvanier Jesse Rothacker bedeckte sich selbst mit Schlangen, um gegen die falsche Darstellung von Schlangen in Filmen zu protestieren. Mr. Rothacker betreibt das „Forgotten Friends Reptile Sanctuary“, also trieb ihn vielleicht der Versuch, Menschen acht Stunden am Tag davon zu überzeugen, dass das, was sie in ihrem Heim wirklich brauchten ein paar mehr Schlangen seien, in dieses Extrem. Oh, und es ist aktenkundig, dass er fordert, es sollte ihm erlaubt sein, verdeckte Schusswaffen in öffentlichen Parks zu tragen.“

Ich musste den hier einfach dem Internet-Schnüffler vorziehen. In der indischen Filmindustrie widerfährt Schlangen einfach nie Gerechtigkeit. Jedes Mal, wenn sie während der letzten 50 Jahre auf der Leinwand auftauchten, wurde die gleiche Schlangenbeschwörer-Melodie im Hintergrund geflötet. Ihnen wurde immer ein böses und rachsüchtiges Aussehen gegeben, sie erschienen aus Schlupfwinkeln und Ritzen oder verfolgten wie besessen jene, die in einem früheren Leben versehentlich ihren Partner überfahren hatten. Sie wurden bisher nicht mal mit Spezialeffekten erstellt (Bitte wenden Sie sich an Red Chillies VFX, wir haben einige erstaunliche Schlangenmodelle) und was am schlimmsten ist, Frauen, die angezogen sind wie ein schlechter Abklatsch der Apsaras, gleiten Schlangentänze vorführend herum, mit gruseligen Kontaktlinsen, derweil die richtigen Schlangen in den Filmen damit durchkommen wie Helden auszusehen. Außerdem wuchs ich mit der Verwirrung auf, ob Mr. Nicephore Niepce die Idee zur Kamera vom Auge einer weiblichen Schlange kam? Bollywood hat uns glauben gemacht, dass die Nagin von jedem Bilder aufnimmt, der die Heiligkeit ihrer Paarung mit einem Naag, welcher, nebenbei bemerkt, zufälligerweise immer einen Rock trägt, stört. Ich denke, mehr als ich, sollten die Schlangen einen Kreuzzug gegen diese Crossdressing-‘Silberchlorid-Kajal in den Augen’-Darstellung ihrer Verwandten in Filmen starten. Ich denke, ich muss auch diese gute Sache loslassen. Manchmal ist es besser, die Probleme der Welt den Schlangen zu überlassen, wie man sagt.
(Anm.: Apsaras=halb menschliche, halb göttliche Frauen/Geister der Wolken und Gewässer im Hinduismus und Teilen des Buddhismus / Nagin=weibliche Schlange / Naag=männliche Schlange/Hindu-Name für die asiatische Kobra)

Möglicherweise sollte ich einfach akzeptieren, dass gute Zwecke genauso wenig mein Ding sind wie der Konsum von Kakerlaken. Ich bezweifle, dass die Idee, mich in der öffentlichen Meinung einzuschmeicheln, indem ich das Elend anderer Menschen ausnutze, mir je zusagen wird. Ich hatte genug Kummer in meinem eigenen Leben, dass ich verstehe wie es sich anfühlt, eine tragische Trophäe zu sein. Und ich habe auch genügend Unterhaltungen auf Wohltätigkeitsbällen über Menschen gehört, die in schwierigen Umständen leben, während man am Champagner nippte. Ich will damit nicht sagen, dass ich all den Leuten, die dort draußen großartige Arbeit für die Menschheit leisten, zynisch gegenüber stehe. Es ist einfach so, dass ‘humanitär’ für mich heißt, ein wenig umsichtig zu sein, das ist alles. Es ist in keiner Weise eine erhabene Sache. Es ist der bescheidenste Weg, die größten Dinge im Leben zu tun. „Humanität besteht darin, dass niemals ein Mensch einem Zweck geopfert wird.” Albert Schweitzer. Das ist alles.
Es ist auch keine öffentliche Sache, es ist eine persönliche Aufrechterhaltung der Herzensgüte innerhalb der Grenzen der Welt in der ich lebe. Ich versuche es.
Humanität ist ein Ethos des Mitgefühls, begründet auf der jahrhundertealten Idee von Gleichheit. Gleichheit ist die Akzeptanz, dass alle Geschöpfe mit einer ihnen innewohnenden Würde geboren werden, für welche ihnen gleichermaßen Respekt geschuldet wird. ohne Rücksicht auf abstrakte oder nebensächliche Kontextualisierung.
Einfach ausgedrückt (nun, da ich Sie mit meiner Brillanz beeindruckt habe!): Jedem von uns gebührt ein grundlegender Respekt, allein dadurch, dass wir existieren, ungeachtet dessen, auf welche Weise irgendjemand (oder irgendein Umstand) entscheidet, uns zu definieren. Alle Definitionen sind letzten Endes begrenzt, denn Definitionen und deren Beiklänge sind ausschließlich auf unserer Wahrnehmung der uns umgebendenen Welt begründet.

Ich sah kürzlich ein herrliches Interview des Präsidenten von Uruguay, Mr. Jose Mujica, in dem er gefragt wurde, was er darüber denke, als ‘ärmster Präsident der Welt’ bezeichnet zu werden. „Diejenigen, die mich so bezeichnen sind die Armen“, antwortete er. “In meiner Definition sind diejenigen arm, die zu viel brauchen. Denn solche, die zu viel brauchen sind nie zufrieden.” Es war eine interessante Sichtweise eines zurückhaltenden Mannes, der den Großteil seines Verdienstes für wohltätige Zwecke spendet und sein Land von einer bescheidenen Farm aus regiert, wo er seinen eigenen Traktor fährt. Er stellte einen Gedanken, den jeder für selbstverständlich hielt, auf den Kopf. Tatsächlich stellte er die Weise, auf welche die Welt sowohl ihn als auch seine sogenannte Armut definierte, in Frage.

Es ist wirklich vollkommen großartig, übliche Gedanken umzudrehen und mein Leben mit fortwährender Erneuerung von Ideen in Angriff zu nehmen. Ich mache das gerne mit meinen Kindern. Ihre Beziehung zu mir ist nicht im klassischen Sinne festgelegt, in dem Kinder sich mit ihren Vätern identifizieren. Ich begreife sie als Begleiter auf einer Reise, ich lerne von ihnen und sie lernen von mir. Es gibt zwischen uns keine vorausgesetzte Überlegenheit. Ich betrachte Bindungen eher durch das Prisma von Freiheit und Wachstum, nicht als Beschränkung und Kontrolle. Das mag für andere Menschen manchmal verwirrend sein, doch es ist viel mehr beruhigend. Ich glaube zum Beispiel aufrichtig, dass mein wunderbares, glänzendes Auto genauso sehr meinem Fahrer Mohan gehört, wie mir. Tatsächlich ist Mohan dieser Gefühlsweise gegenüber sogar noch empathischer eingestellt als ich es bin. Dies ist eine Behaglichkeit für uns beide (und womöglich auch für das Auto!). Ich fordere Sie auf, dieses umgekehrte Leben zu versuchen und zu sehen, wie es sich anfühlt, Menschen in einem anderen Licht zu betrachten (P.S.: Bitte lassen Sie Vorsicht walten, wenn Sie diese cleveren Gedanken auf Ihre Ehen anwenden!). Ich würde gerne glauben, dass Humanität die Fähigkeit ist, Barrieren zu beseitigen, welche durch die Beschränkungen unseres Denkens geschaffen wurden, und Mitgefühl für alle Lebewesen (uns selbst eingeschlossen) zu empfinden. Wie Mother Jones es ausdrückte: „Meine Adresse ist wie meine Schuhe. Sie reist mit mir. Ich warte dort, wo es einen Kampf gegen Unrecht gibt.“ Also kämpft die kleinen Kämpfe gegen die kleinen Missstände. Beginnt diesen Kampf mit Euch selbst. Eure Unfähigkeiten, zuweilen die kleinen Übel zu sehen, die von Euch selbst ausgehen. Lasst Eure ‘Humanität’ immerzu mit Euch reisen, überall hin, nicht nur zu festgelegten sozialen Zwecken und Organisationen. Wenn wir alle das tun, werden wir die größte, kühnste humanitäre Organisation haben…die Welt selbst. Ein wenig utopisch, doch wie ich sagte, versuchen Sie zur Abwechslung das auf den Kopf gestellte Leben. Und Sie können das zu Hause versuchen, es ist absolut sicher und erfordert keine großen Stunts.

Ich las, dass Wassermänner ebenso die futuristischsten Denker des Tierkreises sind.
Es wird ihnen nachgesagt, Visionäre zu sein, unfähig, sich in Kleinlichkeiten oder der Vergangenheit zu verfangen. Mitgefühl ist ein Produkt davon, die Größe der Welt zu sehen und unsere eigene Unscheinbarkeit darin zu verstehen. Beide gehen Hand in Hand. Niemand müsste sich großen Wohltätigkeiten verschreiben, wenn jeder von uns die kleine Anstrengung macht, anderen gegenüber unvoreingenommen und jeden Tag nett zu sein. Niemand würde den Drang verspüren, ‘die Welt zu retten’, wenn wir alle die Grenzenlosigkeit unseres Universums, seine reine Schönheit und das wundervolle Geschenk des Lebens verstünden, welches es uns gegeben hat.

Mit Bob Marley’s Worten, einem berühmten Wassermann: „Das Leben ist eine große Straße mit vielen Schildern. Wenn du also auf der Spur fährst, so verkompliziere nicht deinen Verstand. Fliehe vor Hass, Unheil und Eifersucht. Begrabe nicht deine Gedanken, setze deine Vision in die Realität um. Wache auf und lebe!“

Ich versuche das in kleinem Umfang. Jeden Tag. Ich glaube auch daran, dass Berühmtheiten sich mit Gesellschaften und sozialen Zwecken in Verbindung bringen sollten, um deren Botschaften zu verbreiten. Die Vorteile von Stars, die in Verbindung zum guten Zweck stehen sind nicht erdichtet, sondern real und führen zu großartigen Ergebnissen in der Wahrnehmung. Die vereinte Anziehungskraft von Kreativität und öffentlicher Persönlichkeit bewirkt einen Wandel. Doch nicht jeder ist eine Berühmtheit. Tatsache ist, dass ich, weil ich vielen solcher Organisationen zugehörig bin, meine Rolle als Individuum als sehr viel wichtiger erachte, und wie ich wäre, wenn ich nicht das Prominenten-Etikett trüge. Darin liegt mein Glaube. Wir alle müssen ein Gespür dafür entwickeln, nicht nur den Zweck zu sehen, sondern das Bedürfnis. Und es zu unserem ‘Bedürfnis’ machen, etwas zu unternehmen.

P.S.: Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass ich, sobald Sie diesen Artikel lesen, wieder beim Bauchmuskeltraining bin. Ich musste. Krücken oder nicht…Ich komme wieder. Franzose, geh in Deckung!

~ Shah Rukh Khan for/für DNA After Hrs (India)
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Translation by/Übersetzung durch @Tuilere

Es gibt Zeiten im Leben, in denen Menschen wissen müssen, wann sie nicht loslassen dürfen. Ballons sind dazu gemacht, Kindern dies beizubringen.“ ~Terry Pratchett

Wenn Du davon träumst, mich zu schlagen, solltest Du besser aufwachen und dich entschuldigen.“ ~Mohammed Ali

Das Zeichen Steinbock ist eines der stabilsten und (meist) ernsten der Tierkreistypen. Diese unabhängigen, fels-gleichen Persönlichkeiten sind oft aus echtem Schrot und Korn. Normalerweise sind sie selbstsicher, willensstark und ruhig.
Sie arbeiten hart, sind scharfsinnig, praktisch, verantwortungsbewusst, hartnäckig und sie sind fähig, so lange durchzuhalten wie es nötig ist, um ein Ziel zu erreichen, dass sie sich selbst gesteckt haben. Sie sind stur und besitzen einen starken Willen, bei jedwedem Job bei der Stange zu bleiben. Ihre Loyalität ihren Zielen und den Menschen gegenüber, von denen sie eingenommen sind, ist von höchster Güte.
Aah, ich mag das. Zwei Worte, die unter all diesen Eigenschaften zu mir zurückstarren. Hartnäckigkeit (Tenacity) und Loyalität. Ein Wort, das für mich wie ein Boxer klingt, wie Tenacious Tyson oder Smoking Joe Tenacious. Das andere könnte das vierte Geschwisterteil zu Glaube, Hoffnung und Nächstenliebe darstellen, oder zumindest einen Cousin. „Hey, das ist unser Cousin ‘Loyalität’ vom Land, er ist zu Besuch hier.“ „’Loyalität’, das ist unser netter Verkäufer, Mr. Grünfinger, sag ihm doch mal Hallo.“ Für mich klingts ganz in Ordnung. Wenn das für Sie in beiden Fällen nicht so klingt, muss es sich wohl um ein paar unterdrückte Überbleibsel aus den Tiefen meiner Kindheit handeln. Wie auch immer, ich bleibe bei Hartnäckigkeit und Loyalität für die sterndeuterische Episode dieses Monats.

Der Steinbock ist eine Ziege. Er ist klein, trittsicher und stark. Er klettert beharrlich und vorsichtig, doch für den Fall, dass Sie ihm jetzt schon zuviel Anerkennung für sein Überleben zukommen lassen, vergessen Sie nicht, dass er auch gemästet und an Eid zu Halal verarbeitet wird (und er schmeckt ziemlich gut in einem Hyderabadi Biryani). Oops, sorry, PETA.

Al Capone war Steinbock. Was für eine Legende er war; unwichtig, dass er in Alcatraz endete, wo er damit weitermachte, sich neue Feinde zu schaffen!
Angeblich drängelte er sich mal in der Warteschlange für den Knast-Friseur vor. Ein texanischer Bankräuber namens James Lucas, der für 30 Jahre einsaß, sagte ihm, er solle zurück zum Ende der Schlange gehen. „Weißt Du, wer ich bin?“, fragte Capone. Lucas schnappte sich die Schere des Friseurs, hielt sie Capone an den Hals und antwortete: „Yeah, ich weiß, wer du bist, Drecksack. Und wenn du nicht zurück ans Ende dieser verf***ten Schlange gehst, werde ich auch wissen, wer du warst.“ Offensichtlich sind soziale Kompetenzen nicht die Stärke des Steinbocks oder vielleicht konnte Al Capone auch einfach ohne sie auskommen.
Ein Kerl wie Capone hatte aber sicher einiges mit Loyalität zu tun (im Grunde hing ja sein Leben davon ab). Er war es gewohnt, die Art von Loyalität einzufordern, welche in der neuen Welt der Zweckdienlichkeit, welche wir bewohnen, selten ist. Ich höre oft, wie das Wort benutzt wird. Loyalität. Als Pathan habe ich meine eigene, halb-Caponische Interpretation davon.
Anmerkung: Übereifrige Internet-Schreiber und rechtschreibschwache, auf ihrer moralischen Überlegenheit beharrende Twitter-Aktivisten, kreiert keine Kontroverse um mich, in der Vergleiche zwischen Caponismus und dem Pathan-sein oder sonstige idiotische Vergleiche angestellt werden, die womöglich in eurem hyperaktiven Verlangen nach einer Diskussion auftauchen. Bitte.
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass Loyalität nicht im Geringsten eine intellektuelle Eigenschaft ist. Sie ist eine seltene Form von intuitiver Hartnäckigkeit. Das physische oder moralische Objekt dieser Treue ist irrelevant, denn die meist bekundete Loyalität besteht tatsächlich niemand anderem gegenüber als der eigenen Person. Wenn wir sagen, wir seien jemandem treu ergeben, meinen wir generell die Idee von dieser Person, die wir in unserem Geist geschaffen haben. Sehr oft hat diese Idee damit zu tun, was uns versorgt und unsere eigenen Bedürfnisse sättigt. Es hat wenig mit der Wahrheit über den oder die Andere/n zu tun.

Ich erinnere mich daran, vor Jahren Nachrichten gesehen zu haben, als Michael Jackson eines seiner Konzerte absagen musste, weil er ernsthaft erkrankte. Es wurden Ausschnitte gezeigt, in denen ‘eingefleischte Fans’ ihre Tickets zerrissen, wüteten und geiferten, weil sie sich betrogen fühlten. Der arme Michael litt unter hohem Fieber oder Sauerstoffmangel, genau werden wir das nie wissen. Es schien eine seltsame Art Loyalität zu sein, welche so schnell in Wut umschlagen konnte, nur wegen einem kurzen Moment, in dem das Objekt der Treue nicht der Unterhaltung gerecht werden konnte, für deren Verkörperung er angereist war. Ich denke, echte Loyalität bringt eine Bindung zu Gefühlen mit sich, nicht zur eigenen Person. Es ist die Fähigkeit, dem treu zu bleiben, was man fühlt, ohne dem eigenen Ich (und dessen Dummheit) zu erlauben, sich einzumischen.
Treue gegenüber einem Ehepartner, einem Geliebten, einem Freund, einer Firma, einer Fußballmannschaft, sogar zum Vaterland oder bestimmten Werten; das sind tatsächlich alles Spiegelungen von uns selbst.

Beichtzeit. Als unser Team eine Reihe von Niederlagen erlitt, fiel ich ohne Umweg direkt in die ‘Treue zur Idee’-Kategorie. Nichts konnte mich trösten, ich weinte wie ein Baby, ich gab mir selbst die Schuld, ein Star zu sein und das Team zusätzlichem Druck auszusetzen. Ich habe an der Belegschaft herumgemeckert. Ich habe die Spieler verantwortlich gemacht, in meinem Kopf dauernd über sie gemault. Ich habe die Farbe der Trikots verdächtigt. Tatsächlich habe ich zu einem Zeitpunkt zu Hause mein eigenes Wankhede durchgezogen und die Kinder aus dem Zimmer verbannt, während ich das Spiel ansah … Sucht es Euch aus, ich hatte alle möglichen Gründe für die schlechte Leistung durchdacht. Dann plötzlich, in einer drückend heißen Nacht in Chennai, gewannen wir! Ich erinnere mich daran, im Stadion auf dem Geländer gestanden zu haben, ich erinnere mich an das Gefühl: Wie im Song ‘I believe I can fly’ hätte ich in dieser Nacht fliegen können.
Dann sickerte der Sieg langsam in uns ein, ich sah Gautam den Pokal in die Höhe halten, ich wurde von euphorischen Menschenmengen in Kalkutta umhergetragen. Es ging mir auf, dass ich so sehr an der Idee gehangen hatte, ein Gewinner-Team zu besitzen, dass ich meiner Loyalität erlaubt hatte, sich dadurch zu definieren. Die Idee zu siegen hatte die pure Freude, mit der Mannschaft zu arbeiten, welche ich mit solcher Liebe und Leidenschaft aufgebaut hatte, völlig in den Schatten gestellt. Ich realisierte, dass ich am Ziel vorbeigeschossen war, verpasst hatte, wie die Jungs trotz aller Widrigkeiten ihr Bestes gaben, den ganzen Spaß, das Lernen und die Lehren vergessen hatte, die uns erschaffen hatten und die unsere Loyalität so viel mehr verdienten als irgendeine Trophäe. Ähem, ich bin mir allerdings nicht sicher, wie ich die Halb-Abflug-Einlage auf dem Geländer erklären soll!

Genauso, lassen Sie uns annehmen, Sie lieben jemanden und Sie sind diesem Gefühl treu, warum sollte das Verhalten der anderen Person, so unangenehm es Ihnen sein mag, Ihre Fähigkeit sie oder ihn zu lieben beeinflussen?
Ich wurde damit sehr oft in meinen Anfangsjahren als Star konfrontiert. Freunde und selbst die Familie begannen mich bei Treffen zu ignorieren und einige bedachten mich sogar mit abfälligen Blicken. Ich war ob dieser plötzlichen Veränderung verunsichert. Manchmal dachte ich wegen dieser Unsicherheit, dass sie vielleicht unglücklich mit meiner Wahl von Filmen oder Rollen seien! Später erfuhr ich den Grund. Ihre Erklärung war immer dieselbe. „Du hast Dich sehr verändert.“ Natürlich hatte ich das. Ich war von einem mittellosen, verwaisten Nichts zu einem allgemeinen Begriff geworden, reich und berühmt und obendrein auch noch extrem ausgelastet. Ich dachte, es sollte diejenigen, die mich liebten, stolz machen, stattdessen waren sie mir böse, weil sie das Gefühl hatten, ich hätte mein Verhalten ihnen gegenüber verändert. Ich versuchte, den Wahnsinn zu zügeln, welcher mich in die Stratosphäre katapultiert hatte und ihn irgendwie zu begreifen. Doch die meisten Leute verstanden das nicht. Manche dachten, ich hätte sie abserviert und denken dies auch heute noch. Als ob ich die ganze Schose geplant und mein ganzes Leben lang gewusst hätte, dass ich ein großer Star werden und sie einfach links liegenlassen würde.

Ich habe das nie zuvor gesagt, doch ich liebte diese Menschen und tue das noch immer. Vielleicht ist seitdem zu viel Wasser den Bach hinunter geflossen, um die Zeiten, die wir früher zusammen hatten, wieder aufleben zu lassen, doch Tatsache ist, dass ich derselbe bin. Es sind einfach die Umstände, die sich geändert haben. Die Loyalität unserer Liebe für einander hätte sich nicht ändern sollen. Selbst wenn ich sie irgendwie enttäuscht hätte oder eine geringere Person geworden wäre, als die, welche sie kannten, warum sollte ihre Liebe allein durch meine Mängel bedingt sein?
Der ganze Sinn von Liebe besteht doch darin, dazu fähig zu sein, Mängel zu akzeptieren und Verständnis für denjenigen zu empfinden, den man liebt. Es fällt leicht, sich betrogen zu fühlen, wenn man davon ausgeht, seine Treue beziehe sich auf eine Person oder eine Idee. Menschen verändern sich, Ideen entwickeln sich, nichts bleibt konstant oder im Stillstand.

Die Art von Loyalität, zu welcher der Respekt der Leute heutzutage tendiert, hat etwas Beunruhigendes. Es ist beunruhigend, denn der Schwerpunkt liegt auf ausdruckslosem Exhibitionismus. Sehen Sie sich nur einmal die Art und Weise an, in der von uns erwartet wird, unseren Patriotismus oder unsere Solidarität für Dinge, die jeden aufregen, zu bekunden/bloßzustellen (Tweete augenblicklich darüber, oder Du wirst verdammt).
Wenn wir es nicht von den Dächern schreien, sind wir nicht treu genug und Gott bewahre, wenn wir Sinn für Humor oder einen Standpunkt haben, den wir für uns behalten wollen! Das geht einfach nicht. Die Gefühle, die wir im Herzen tragen, scheinen sich arbeitslos zu melden.
Alles braucht einen externen Beweis, vor allem Gefühle.
Jeder, der von seiner Frau mit Verachtung gestraft wurde, weil er keine Jubiläumskarte hatte, weiß, wovon ich rede. Doch das lässt sich auch auf ernstere Bereiche anwenden.

Freundschaften müssen schwarz und weiß sein, besitzergreifend oder im ständigen Verlangen nach Bindung und Bestätigung. Ich lese zum Beispiel oft von Bollywood-Cliquen, wie Leute angeblich die ‘Seiten wechseln’ und Freundschaft gegen Kommerz eintauschen. Ich finde das alles sehr amüsant. Ein Freund von mir wurde im Fitnessstudio eines Diätcoachs gesehen, wo er Bauchtanz lernte, um Gewicht zu verlieren. Der Ernährungsberater war zufälligerweise der Trainer eines meiner angeblichen Rivalen. Die Tabloids schrien „Bhagirath verliert Gewicht und SRK verliert einen Freund!!“ (Die Namen der Leute wurden geändert, um ihre Identität zu schützen und hauptsächlich, um andere Tabloids auf eine sinnlose Jagd nach denjenigen zu schicken, über die ich hier spreche. Ha ha). Nun, wie kann ein absurder Abnehm-Versuch mich dazu bringen, einen Freund mehr zu mögen oder weniger? Es ist ein infantiler und kleinlicher Gedanke. Auf der anderen Seite hatte ich wirklich überlegt, ihn dafür, dass er diesen lächerlichen Bauchtanz ausprobiert hatte, zu verleugnen. Er ist ein kräftiger, haariger Mann ohne jede Anmut, verdammt noch mal! Ich meine, wäre es nicht zum Schreien komisch; er in seinen Trainingshosen, die in den Socken stecken, allein dafür hätte er verdient, verleugnet zu werden, aber zur Hölle, ich entschied, ihn als Stimmungsaufheller in der Nähe zu behalten. Nein, das ist nicht wahr. Ich mag ihn, ungeachtet des Bauchtanzes und der oberflächlichen Körperfülle. Das ist die einzige Art und Weise, unsere Freunde zu lieben, was auch immer sie tun und mit wem sie sich entscheiden zusammen zu sein oder nicht.

Ich habe mich nie erniedrigt gefühlt, weil mich jemand für einen anderen Schauspieler abserviert hat, doch ich werde nicht lügen, tausendmal fühlte ich mich im Stich gelassen, wenn jemand kundtat, seine oberflächliche Freundschaft sei tatsächlich bedeutungsvoll. Ich habe Freundschaft nie daran gemessen, was ich von jemandem gewinnen oder was von mir gewonnen werden könnte. Ich bewerte Beziehungen eigentlich überhaupt nicht, für mich sind sie nicht bezifferbar (kein Wunder, dass ich keine Freunde habe!!).
Aber ich nehme Dinge zur Kenntnis. Ich nehme den Mangel an Loyalität gegenüber bekundeter Emotionen wahr und wie leicht sie für Zweckmäßigkeit preisgegeben wird. Mein Vater lehrte mich, den Menschen, die mir etwas bedeuten, zur Seite zu stehen, egal was passiert. Nicht, weil sie besser waren als andere, sondern weil ich mich dafür entschieden hatte, ihnen beizustehen. In meinem Herzen war diese Entscheidung wie ein lebenslanger Pakt, den ich mit mir selbst abgeschlossen hatte. Ihnen beizustehen hieß, zu den Gefühlen in meinem Herzen zu stehen. Es erforderte eine gewisse emotionale Hartnäckigkeit.

Pathanen sind über die Geschichte hinweg dafür bekannt, für ihr Wort zu sterben. Sie würden sich bei einem Kampf um ihre Ehre völlig verausgaben. Sie sind sture Kämpfer (fragen Sie jeden, der jemals versucht hat, das Grenzgebiet zu erobern…!).
Hartnäckigkeit ist eine edle Eigenschaft. Jeder große Kämpfer weiß das. Jedes mal, wenn er niedergestreckt wird, steht er wieder auf. Schlussendlich ist es nicht seine Fähigkeit, zurückzuschlagen, die den Sieg bringt. Es ist seine Fähigkeit, wieder und wieder aufzustehen, welche den Herausforderer ermüdet. Ich bewundere die Hartnäckigen. Mohammed Ali, mein Favorit unter allen Kämpfern ist ebenfalls der berüchtigte Verkünder eines der coolsten Zitate: „Wenn du davon träumst, mich zu schlagen, solltest besser aufwachen und dich entschuldigen“, hatte er erklärt.
In seinem ersten Kampf gegen Sonny Liston war er der Underdog mit einer 7:1 Chance gegen ihn. Der Kampf wurde zu einem der größten Aufreger der Boxgeschichte. Er dauerte sechs Runden, zum Ende der vierten Runde fühlte Ali einen blendenden Schmerz in seinen Augen und bat seinen Trainer, seine Handschuhe abzunehmen, da die Salbe für seine Handverletzungen in seine Augen gelangt sei. Sein Trainer weigerte sich. In der nächsten Runde war Ali praktisch blind, doch er kämpfte weiter wie ein Krieger. Irgendwann spülten Schweiß und Tränen die Irritation aus seinen Augen. In der sechsten Runde brachte er seinen ganzen Willen auf und verprügelte Liston mit einem Hagel von Schlägen, so dass dieser nicht einmal mehr auf den Gong zur siebten Runde reagieren konnte.

Ich werde oft zu verschiedenen Veranstaltungen eingeladen, um über mein Leben zu sprechen, das Thema hat unweigerlich mit Erfolg zu tun. Ich weiß nie wirklich, was ich meinem Publikum verordnen soll (also führe ich normalerweise letzten Endes den Lungi Dance auf). Ich erzähle ihnen große Geschichten über die Angst vor dem Versagen und der vergänglichen Natur des Erfolgs, doch wenn ich eine einzelne Eigenschaft benennen sollte, die man im Streben nach Erfolg pflegen sollte, wäre es Hartnäckigkeit. Wenn Sie sich durch Ihr Leben mühen, schalten Sie auf stur, wie ein Pitbull der sich während eines Hundekampfes verbeißt. Die Chancen stehen günstig, dass Sie gewinnen. Kleine Kläffer bringen es einfach nicht!

PS: Ich saß da und schrieb diesen Artikel während meine Tochter ein Buch mit dem Titel „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ las. Ich nehme die Bücher meiner Tochter sehr ernst, seit Twilight eine so große Filmreihe wurde. Es ist ein Buch über zwei verliebte Teenager, die beide Krebs haben und mit Sicherheit sterben werden. Es ist die Geschichte ihrer Liebes-Treue und der Sturheit mit der sie die letzten Tage ihres Lebens in vollen Zügen genießen wollen. Folgend ein Auszug aus dem Buch.
Wie Hazel und Gus sich gegenseitig immer wieder erinnerten, war die Welt keine Wunsch-erfüll-Fabrik. Nichtsdestotrotz kann „ein ‘für immer’ in den abgezählten Tagen“ gefunden werden, und wie Hazel uns vor Augen führt, ist das vielleicht alles, was wir uns erbitten können.
Ich fühle, dass dies die Lehre des Lebens ist, die wir alle lernen und der wir folgen sollten. Das ‘für immer’ innerhalb der abgezählten Tage, von Beziehungen, Menschen und dem Leben selbst, das von Natur aus befristet ist, sollte das Streben und unser Ziel sein. Ganz egal, was sich verändert und was uns genommen wird, Deine Loyalität zu Deiner Liebe sollte für immer bestehen.

PPS: Verdammt! Die Buchrechte sind bereits vergeben und werden bald zu einem großen Film verarbeitet.

~ Shah Rukh Khan for/für DNA After Hrs (India)
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Translation by/Übersetzung durch @Tuilere

Schütze: Der Schütze ist in Wirklichkeit ein Zentaur – die untere Hälfte ist ein Pferd, die obere menschlich. Er hält seinen Bogen, bestückt mit einem Pfeil, nach oben, zum Himmel hin gerichtet. Dies symbolisiert den Antrieb von Schützen, ihre primitiven, tierischen Instinkte zu überwinden, indem sie ihre Gedanken auf das göttliche Reich im Himmel richten. Schützen sind offen, ehrlich, direkt, furchtlos und großmütig. Manche dieser starken Eigenschaften grenzen manchmal an Exzentrizität oder Taktlosigkeit. Offenherzig wie sie sind, sind sie stolz auf ihre Fähigkeit, die Dinge beim Namen zu nennen.

Wenn Du über Dich selbst nicht die Wahrheit sagen kannst, kannst Du sie nicht über andere sagen.“ -Virginia Woolf

Ehrlich und direkt. Zwei Worte, die den Eindruck von Rechtschaffenheit und Aufrichtigkeit heraufbeschwören. Ich stürzte mich auf die Gelegenheit über diese Charakterzüge zu schreiben, da ich von mir selbst glaube, ziemlich direkt zu sein. Tatsächlich tut das jeder. Außerdem, weil Direktheit eine dieser, meiner Meinung nach, völlig überbewerteten Tugenden ist. Diejenigen, welche stolz darauf sind, offen zu sein, verstecken damit oft nur ihre Anstößigkeit und vor Allem ist ihre Unverblümtheit für gewöhnlich selektiv.
Sie nutzen es als Werkzeug, um sich selbst das Privileg zu erlauben, zu urteilen, was ganz einfach eine andere Art ist zu sagen: „Ich bin besser als du“. Unglücklicherweise müssen sich alle, die sich in dieser wahnhaften Geistesverfassung befinden, auf einen bösen Schock gefasst machen!

Ich habe festgestellt, dass die selben Leute, die sich entscheiden „offen“ mit mir zu sein, zu Schildkröten mutieren, wenn es hart auf hart kommt und sich das Maul zu passenderen Zeiten zerreißen. Ich treffe auf Parties so oft diese offenen Menschen, die mit gewaltiger Aufgeblasenheit sagen: „Ich sehe keine Hindi-Filme. Ich finde sie intellektuell nicht stimulierend, bla … bla … bla …“ In den meisten Fällen nennen sie die berühmte Amitabh Bachchan-Frisur, Schläfenlocken und all das ihr Eigen … einen Anzug, geschnitten wie der von Krrish und ich bin mir sicher, wenn ich ihren Ärmel hochschieben würde, hätten sie das legendäre Tattoo „Mera baap chor hai“ auf dem Unterarm. (Anm.: Berühmtes Tattoo von Vijay (A. Bachchan) in „Deewar“: „Mein Vater ist ein Dieb“.)
Doch mehr über diese zwiespältige Spezies bei einem anderen Sternzeichen.

Das andere, was ich sehr amüsant finde, ist, wenn jemand mit mir vor einer Horde Gaffer in „direkter“ Manier redet, nur um zu zeigen, dass sie es können. Ein öffentliches Leben zu führen bedeutet, dass Menschen mit dem Gefühl auf mich zukommen, dazu berechtigt zu sein, die seltsamsten Dinge zu mir zu sagen. Manchmal ist es liebenswert aber in anderen Fällen ist es absolut ungehobelt.
Liebenswert: „Hey, meine Oma wird so glücklich sein, dass ich Sie getroffen habe. Sie sagt immer, sieh dir SRK an, er hat so viele Einschränkungen, dennoch arbeitet er hart und hat etwas aus sich gemacht“ Nett. Aufmunternd. Ich lächle und bedanke mich. „Grüße Deine Großmutter von mir, sie hat recht.“
Ungehobelt: „Hey, meine Oma mag Dich wirklich. Aber Du bist so dünn und klein. Werden in den Filmen Spezialeffekte benutzt, um Dich besser aussehen zu lassen??“ Nicht nett. Entmutigend.
Ich lächle nicht und gehe weiter. Hinter mir höre ich sie wieder. „Hey, wir sind diejenigen, die Dich gemacht haben. Sei nicht so HOCHMÜTIG.“ Unverschämt. Schlechte Erziehung. Oder betrunken.
Ich will mich umdrehen und sagen: „Ogertante, glücklicherweise haben Sie mich nicht gemacht. Meine Mutter und mein Vater waren das, in einer romantischen, monderhellten Nacht. Und nebenbei, ich sehe dünn aus, weil Sie fett sind und schäbig und Sie sind sehr GROSSMÄULIG“. Ich mache es nicht. Ich bin zu unehrlich, um schlagfertig zu antworten. Stattdessen gehe ich weiter, darauf hoffend, dass ein Klavier auf ihren Kopf fällt und sie mitsamt ihrer Krokoledertasche zerquetscht.

Es ist nichts Schönes daran, ausfällig zu werden, nur um seine Direktheit hervorzuheben. In Wahrheit ist es ekelhaft. Ekelhaft wie die Ogertante.
Ehrlichkeit andererseits ist eine Eigenschaft, welche Schützen und Menschen mit Format innehaben und auf die sie stolz sein sollten.
Wenn ich heutzutage die Nachrichten schaue, sehe ich Menschen, die mit ihrer Ehrlichkeit hausieren gehen, ein Geschäft daraus machen. In meinen Augen kann es keine größere Unehrlichkeit geben. Ehrlich zu sein verlangt innere Aufrichtigkeit. Es geht nicht darum, fähig zu sein, Leuten Dinge ins Gesicht zu sagen. Es geht darum, zu wissen, wer wir im Innersten sind und dem treu zu bleiben, mit der Ergebenheit, zu verstehen, dass Scheitern, Verwirrung und Unvollkommenheit genauso zu uns gehören wie zu jedem anderen. Es liegt nichts Exhibitionistisches darin, ehrlich zu sein, tatsächlich liegt die Schönheit in ruhiger Introversion.

Wenn wir uns umsehen – ob es nun der Politiker auf Stimmenfang ist oder die Presse, die uns auffordert, Lügenmärchen oder Debatten im Fernsehen zu glauben, welche andere aburteilt, indem sie sich auf ihre eigene Seriosität beruft, oder was das angeht, sogar Werbung, welche Produkte anpreist oder Superstars, die Träume verkaufen – Menschen werden pausenlos aufgefordert, jemandem Ehrlichkeit abzukaufen. Das Paradoxe daran ist, dass diese gesamte Struktur, in der uns diese Ideen präsentiert werden, grundsätzlich verlogen und nach außen gekehrt ist.

Jedermann weiß, dass viele Politiker die Regeln beugen werden, wenn es drauf ankommt, jeder weiß, dass die Medien meist über Werbeeinnahmen finanziert werden, jeder weiß, dass Werbung ein forderndes Geschäft ist und das Leben eines Superstars nicht traumhaft ist, und doch „verkauft“ sich das alles im Namen der Ehrlichkeit. Es ist fast so, als hätte sich die gesamte Welt stillschweigend darauf geeinigt, Teil einer enormen Lüge zu sein, aus Angst ihre eigene Wahrheit anzuerkennen. Sehr dramatisch, äußerst angsteinflößend und eine pauschalisiernde Aussage.
Doch wir schreiben hier über Ehrlichkeit, richtig?

Ich mag ehrliche Menschen, denn sie scheuen nicht vor der Wahrhaftigkeit ihrer eigenen Gewöhnlichkeit und Fehlbarkeit zurück. Das ist das Schönste an ihnen. Es ist in der Tat die wunderbarste Sache an der Welt in der wir leben: dass sie unvollkommen ist und ihre Unvollkommenheiten zu Kreativität und Schönheit führen. Gerade durch eben diese Unvollkommenheit wird das Leben fortwährend erneuert und aufgefrischt.
Sogar die Wissenschaft hat bewiesen, dass das Leben, wäre es nicht unvollkommen, sich nicht anpassen und regenerieren müsste, neue Spezies würden nicht geboren und die Welt hätte sich vielleicht nicht über Jahrtausende hinweg weiterentwickelt. Wir alle wären im besten Fall ehrliche, offenherzige Amöben.
Da ich beides bin, ein kreativer Mensch und jemand, dessen Beruf ihn in die Öffentlichkeit stellt, überbrücke ich die Grenze zwischen perfekt und unvollkommen auf eine nahezu unwirkliche Weise. Ich handele mit Träumen, Träume sind der Inbegriff von Perfektion, doch das tue ich durch die unverhohlene Ausschmückung meiner Unvollkommenheiten, basierend auf der jeweiligen Situation.

Szenario im Film: Die Nacht ist jung. Ist sie immer. In Filmen sind wir besessen von Jugend. Die Sterne scheinen hell. Tun sie immer. In Filmen sind wir auch von Sternen/Stars besessen. Ich strecke meine Hand aus und sehe die Frau an, die einen Anderen liebt, und sage: „Sieh tief in meine Augen. Tief in meine Augen … und komm näher … näher … näher … näher.“ Das wars. Mit der passenden Musik im Hintergrund fielen mir die wunderschönsten Frauen in die Arme und wir teleportierten für einen Song in die Schweiz.
Szenario im wirklichen Leben: Es ist heiß und stickig. Mittagszeit. Tiefgarage eines Gebäudes, welches dringend einen Anstrich und einige Genehmigungen bräuchte. Ich strecke meine Hand aus und sehe die Frau an, die den Freund einer Anderen liebt, und sage: „Sieh tief in meine Augen. Tief in meine Augen … und komm näher … näher … näher … näher.“ Die Chancen stehen günstig, dass ich mir eine Ohrfeige einhandele. Und wenn nicht, wird mir das Mädchen wahrheitsgemäß sagen: „So sehr ich auch in Deine Augen sehen möchte, ist das Problem Deine sinnliche, große Adlernase, die im Weg ist.“ Und das wäre es dann gewesen. Ich werde die Tiefgarage durchqueren und dem Wachmann erklären, dass ich die Lady aus dem sechsten Stock nur nach der Richtung gefragt hätte. Das ist das Gute daran, Träume in Filmen zu verkaufen. Alle, einschließlich meiner Heldinnen, sind fähig, über ihre eigene Nase hinauszuschauen, und, was noch wichtiger ist … über meine.

Manchmal stelle ich mir eine Welt vor, in der alle ihre Fehlbarkeit anerkennen würden.
Stellen Sie sich einen Politiker vor, der Ihnen erzählt, er sei tatsächlich unehrlich. Oder der uns zumindest versichern würde, er sei ehrlich genug, dass, ist er einmal gekauft, er auch gekauft bleibt.
Einen Nachrichtensprecher, der Ihnen finster mitteilt, er habe kein Interesse daran, die Gesellschaft zu verändern, „aber die Debatte die nun folgt ist gut für die Einschaltquoten. Es ist nun mal mein Job“.
Ein Colahersteller, der endlich einsieht, dass seine Diätversion nicht als gesundes Getränk durchgeht. „Doch trinken Sie es trotzdem, denn der Filmstar sagt das, obwohl er selbst nur Zitronenwasser trinkt.“
Oder als Bollywood Superstar, der statt der Nicht-Rauchen-Anzeige zu Beginn eines Films in einem schwarzweißen Servicefilm verkündet: „Ich habe diesen Film gedreht, um mehr Geld zu machen als ich schon habe, nicht weil ich finanziell klamm, sondern gierig und nur begrenzt talentiert bin. Viel Vergnügen.“
Wenn wir nur weniger darauf bestehen würden, „die Wahrheit zu sagen“, als darauf, unsere eigene Wahrheiten zu verstehen und still zu versuchen, sie zu leben. Wirklich, wenn wir fähig wären, die Taten von Menschen durch das Prisma ihrer eigenen Wahrheiten wahrzunehmen, würden wir sie vielleicht nicht so schnell verurteilen und verdammen, was uns nur allzu leicht fällt. Möglicherweise würden wir sogar eine ganze Menge weniger Schmerz verursachen.

Es ist wie das Paradoxon, zu versuchen unsere Kinder zu „lehren“, ehrlich zu sein, obwohl sie faktisch schon viel ehrlicher sind als wir, einfach aufgrund ihrer Unschuld. Alles, was man tun muss, um diese Unschuld und Ehrlichkeit zu erleben, ist, in ihre Augen zu sehen. Sie sind glücklich, einfach „am Leben“ zu sein. Dann wachsen sie auf und beginnen, die Dynamik des Lügens wahrzunehmen, also fangen wir an, Lügen für sie einzustufen: „Am Telefon zu sagen, ich sei nicht zu Hause, ist in Ordnung, doch zu behaupten, ich habe die Bonbons nicht geklaut, wenn ich es doch tat, ist es nicht.“
„Wenn du in der Schule in einen Streit gerätst, komm zu uns und erzähl es. Lüge nicht darüber. Doch wenn du Mama und Papa zu Hause streiten siehst, ist es eine Familienangelegenheit. Sag es keinem. Tatsache ist, dass Mama und Papa niemals streiten.“

Sie wachsen weiter auf und realisieren, dass ein Großteil ihres Glaubens, auf dem sie ihre Kindheit begründeten, möglicherweise nicht wahr war. Und bald wird die Wahrheit zur Enttäuschung, wobei sie doch gerade das sein sollte, was sie befreit und ihr Leben bereichert.
Vielleicht sollten wir sie einfach in Ruhe lassen. Nicht versuchen, sie andauernd dieses und jenes zu „lehren“. Ein Kind ist letztendlich die größte Wahrhaftigkeit des natürlichen menschlichen Vermögens zur Unverdorbenheit. Kinder kommen in diese Welt, bar jeden Konzepts, mit dem man andere beurteilt. Wir bauen dieses Konzept für sie, meist tun wir dies im Schatten eines ähnlichen Rahmens, welchen unsere eigenen Erfahrungen in unserem Geist erschaffen haben.
In unserem Kampf, sie zu beschützen und zu lehren, berauben wir sie unglücklicherweise ihrer angeborenen Ehrlichkeit. Ich hätte meinen Kindern gerne das Geschenk ehrlicher Augen gemacht, um ihre ehrlichen Herzen in Ehren zu halten. Zumindest bis sie erwachsen genug wären, sich selbst zuzutrauen, die Welt aufgrund ihrer eigenen Ideen zu verstehen. Ich hätte ihnen gerne die Möglichkeit gegeben, die Welt mit den Augen zu betrachten, mit denen sie geboren wurden, ohne jede Verunreinigung des Erwachsenendaseins. (Ich habe meinen Kindern immer noch nicht gesagt, dass der Weihnachtsmann nicht existiert, also bitte behalten Sie es für sich, wenn Sie das lesen.)

Gleichwohl, wenn wir das Erwachsenenalter erreichen, wird es so viel schwieriger, unsere Wahrhaftigkeit zu leben. Wie viele von Ihnen haben versucht, eine ehrliche Antwort auf die Frage Ihrer Ehefrau zu geben: „Liebling, denkst Du, mein Hintern sieht fett aus in diesem Kleid?“
Wie viele von Ihnen haben am Ende eines romantischen ersten Dates eine Tasse Kaffee in Ihrer Bude vorgeschlagen, statt eine Einladung zum Sex in Ihrem Auto auszusprechen?
Wie oft haben Sie Leute gefragt: „Wie geht’s?“, wenn es Sie offen gesagt einen Dreck interessierte?
Ich weiß, ich habe es oft getan. Ich habe mein heiseres Bassstimmen-Flüstern benutzt, wenn ich mit Mädchen telefonierte. Ich würde in Facebook ein Bild von Brad Pitt als meines einstellen, wäre ich nicht so bekannt. Verflixt!
Und wie viele von Ihnen haben insgeheim das machohafte Versprechen von Mike Tyson geliebt, sich aber öffentlich davon distanziert?
Dasjenige, in dem er ehrlich kundtut: „Ich will ihm das Herz herausreißen und es an Lennox Lewis verfüttern. Ich will Menschen töten. Ich will ihnen die Eingeweide herausreißen …“

Die Wahrheit ist, dass wir alle unsere Momente haben, in denen „Ehrlich währt am längsten“ einfach nur ein zitierfähiges Zitat ist. Wir müssen nur ehrlich genug sein, es zu akzeptieren und weitermachen ohne zu urteilen, denn „wenn Du andere beurteilst, definierst Du nicht sie, sondern Dich selbst“ (Earl Nightingale). Allerdings versuche ich ab und an, ehrlich zu sein. Letztendlich ohrfeige ich jemanden, der mir auf die Nerven geht oder mache mich selbst zum Ärgernis in vollen Stadien, denn um der Schicklichkeit willen ruhig zu bleiben, ist einfach nicht mein Ding!! Manchmal bin ich sogar ehrlich genug, mein Leben und meinen Ruf für einen Traum aufs Spiel zu setzen, wie ich es mit der Schaffung von Ra.One oder Paheli tat.

Es ist paradox, dass ich mich in diesen Momenten der völligen Ehrlichkeit vom Rest der Welt entrückt und alleine fühle. Ich muss vorgeben, sie zu bereuen, um mich reinzuwaschen, doch da wir hier ganz ehrlich über Aufrichtigkeit diskutieren, lassen Sie mich beichten. Mir tut es nicht wirklich leid, ich selbst zu sein. Das Streben nach Perfektion, wenn es sie in irgendetwas gibt, Ehrlichkeit und Lügen eingeschlossen, ist von Haus aus ein fehlerhaftes Konzept. Unser Lebensstandard wird nicht dadurch definiert, zum Gott oder zum Teufel zu werden. Wir sind Menschen. Wir müssen fehlerhaft sein. Wir sind bestenfalls dazu gedacht, diese beiden Extreme zu verbinden. Ich bin voller Fehler, ich will ehrlich sein und es sagen.
Abgesehen davon will ich verdammt sein, nicht eines Tages eine Fortsetzung zu Ra.One zu machen oder auch nicht … ganz ehrlich, ich weiß es nicht.

~ Shah Rukh Khan for/für DNA After Hrs (India)
Quelle
Translation by/Übersetzung durch @Tuilere

Ich habe Skorpione im Internet nachgeschlagen und erfahren, dass das die Autos sind, welche Rohit Shetty vergnügt in die Luft befördert. (Anm.: Automarke Scorpio) Nach weiteren Nachforschungen landete ich bei Skorpion, dem Sternzeichen. Ich erfuhr, dass ein Skorpion zu sein auf folgende Liste von Eigenschaften schließen lässt: Entschlossenheit, Furchtlosigkeit, Sinnlichkeit, Selbstsicherheit, Loyalität, Ehrgeiz, Intuition, eine eifersüchtige und kontrollierende/beherrschende Natur, Geheimnistuerei, Nachträglichkeit, Rücksichtslosigkeit und eine Neigung zum Mysteriösen!
So gern ich mich auch über all diese wundervollen (oder nicht so wundervollen) Charakterzüge auslassen würde, welche ich (als vollblütiger Skorpion) innehaben soll, denke ich, dass „Mysteriöses“ sich am besten für fünfzehnhundert Worte an einem guten Novembermorgen eignen.
Als Kind war ich ein Beobachter von Menschen. Ich erinnere mich, beobachtet zu haben, dass ein legendärer Onkel von mir hin und wieder eine missmutige, nachdenkliche Pose einnahm und nachhaltig ins Universum starrte, als wäre er von einem großen Geheimnis ergriffen, welches nur er zu entschlüsseln im Stande war. „Interessant“, dachte ich, „es gibt ihm einen rätselhaften Hauch, ich hätte nichts dagegen, auch rätselhaft zu sein.“ Also begann ich, ebenfalls hin und wieder tief ins Leere zu starren und vorzugeben ich sei missmutig.

Es wirkte Wunder!
Die Erwachsenen fingen an zu denken, dass ich ein zutiefst philosophischer kleiner Junge sei. Dies brachte mir einige positive Beachtung, wobei ich genau genommen nur über die Geschwister-Strategie nachsinnte (etwa wie ich den Mädels-Plausch, den meine Schwester mit ihren Freundinnen in ihrem Zimmer abhielt, belauschen könnte).

Zwei wichtige Lektionen des Lebens lernte ich sehr früh
1. Das Mysteriöse ist ein cleverer psychologischer Kunstgriff; eine exzellente Tarnung für alle möglichen Eigenarten. Es ist sehr nützlich um nervige Unterhaltungen abzuwenden. Noch besser, wenn man eine rätselhafte Aura gewinnen oder generell den großen Macker markieren will.
2. Wäre das Leben offenbarend und schmucklos, wäre es todlangweilig. Ergo ist ein wenig Mysteriöses unerlässlich für ein hinreißendes Leben.

Darauf entschied ich, Kunstgriff oder nicht, die Betrachtung des Lebens als Mysterium sei ein weit besserer Denkansatz, als es lediglich als das zu nehmen was es mir, oberflächlich betrachtet, zu sagen schien. Ich fing an, nach Geschichten in Allem zu suchen und damit begann ich ebenso, die magische Welt des Geschichtenerzählens zu verstehen, in welcher ich später beruflich leben sollte.
Ein Mysterium hat das Talent auf sich selbst aufzubauen. Es beginnt mit Staunen und Faszination. Der menschliche Geist verträgt Faszination nicht. Sein Bedürfnis zu erklären, zu verstehen und zu vereinfachen erhebt sich.
Hypothesen werden entwickelt und Theorien erdacht im Versuch das Unerklärliche zu erklären. Doch Erklärungen haben eine seltsame Wendung. Ausnahmslos deuten sie die Mythen des Lebens auf bestimmten Ebenen und lassen deren andere Tiefen ungeklärt. Dies erlaubt das Auftauchen neuer Geschichten, die sich zur Erforschung eignen. Dort wo wir nach Antworten suchen, wimmelt es von Mysterien, und Antworten führen in einem zyklischen Prozess zu neuen Fragen. Man kriegt eine Sache raus und dabei kreuzt eine neue auf. Lassen Sie mich diese Offenbarung mit ein paar der Mysterien erklären, die meinen Intellekt verblüffen.

Hotel Californication
Wie zum Beispiel: Wer designt die Hyper-Space-igen hydraulischen Waffen, welche sich als harmlose Duschdüsen in glanzvollen Hotelbädern tarnen? Die Badezimmerausstattung ist verführerisch. Geäderter Marmor, großartig riechende Flüssigkeiten in winzigen Fläschchen, alle locken sie den arglosen, nach einem Bad dürstenden Jüngling in ihren üblen Schoß. Sobald er sich entkleidet und behutsam die Duschkabine betritt, ist er mit einem Duschsystem konfrontiert, das wie Mangal Yaan aussieht (der Satellit, der von Indien in den Marsorbit geschossen wurde). All die Drehknöpfe, Hebel, Funktionsschalter, „Delete“- und „Escape“-Tasten, verwirren den einfachen Mann auf der Suche nach einem einfachen Bad. Er kann nicht herausfinden, wo er ziehen, drücken, drehen oder tippen soll. Er nähert sich dem am freundlichsten aussehenden Schalter mit Vorsicht und schaut erwartend nach oben (weil dort die Dusche normalerweise ihre fallende Reise beginnt).
Stattdessen wird ein mörderischer Angriff von Wasserraketen aus mit List und Tücke platzierten Düsen, die auf alle möglichen und unmöglichen Stellen seines Körpers zielen, auf ihn entfesselt.

Ehe er es sich versieht, spielt er eine farblose Version von Paintball mit hinterhältigen, kleinen Wasserstrahlen, die von allen Seiten auf ihn feuern. Falls er von gelenkigerer Veranlagung ist (wie ich) endet er damit, den bis dato unbekannten Kathakali Regentanz aufzuführen.
Es gibt da ein altes Zitat, welches irgendwas über den Effekt aussagt, dass…eine Ehe so ähnlich ist wie die richtige Mischung von heiß und kalt in der Dusche hinzubekommen. Diese Weltraumzeitalter-Duschen könnten dem Ehebündnis gerade eine völlig neue Bedeutung verliehen haben!

Und wenn wir schon bei Rätseln sind, will ich wissen, warum nicht mein ganzer Körper in der Badewanne untertauchen soll für ein schönes heißes Bad. Wenn ich meine Brust versenke, warum ragen dann meine Knie heraus und umgekehrt? Ist es zu viel, sich zu wundern? Sollte ich die Klappe halten, ehe Apple mit einer benutzerfreundlichen Version herauskommt?
„Wischen, um die Knie gleichzeitig mit der Brust einzutauchen.“

Nachdem er sich seinen Weg durch die Dusche Kathakali-getanzt hat, mag der heldenhafte Hotelgast seine Aufmerksamkeit nun dem Geheimnis dieser infernalischen Bedienfelder zuwenden, die sie neben dem Bett anbringen, mit den kleinen Symbolen, die darauf hinweisen, welcher Knopf welches Licht steuert. Im einen Moment haben wir Diwali, im nächsten pulsierenden Nachtklub, die dritte Taste taucht ihn in elende Dunkelheit und die Vorhänge werden plötzlich geschlossen sein, auf dass das gesamte Universum ihn in seinem mysteriösen, grimmigen Starren umhülle.
Ich werde mich gar nicht erst daran wagen, die pelzige Schuhputz-Vorrichtung, welche so unschuldig neben dem Schrank auf der Lauer liegt, zu beschreiben. Sie erinnert mich an ein kleines, graues Monster aus „Die Monster AG“, welches einen mit den Füßen voran verschlingen will. Alles, was vom Gast übrig bleiben wird, ist ein glänzender Rülpser. Zitter.

Und sind wir uns bei dem hier einig? Die Straffheit, mit der sie die Decken in die Ritzen an den Seiten von Hotelbetten stecken. Sich da hineinzukuscheln fühlt sich an, als würde man eine Jeans anziehen, die zwei Nummern zu klein ist. Falls man nicht bei Tagesanbruch erstickt ist, stehen die Chancen gut, dass man einen massiven Fall von „Toelio“ hat, verbogene Zehen!
Es ist ein Mysterium warum sie einem nicht erlauben ins Bett zu gehen ohne einen Krieg gegen „Bettdecken Bin Laden“ zu führen. Dies ist einer der Gründe, weshalb man mich niemals einen Hotelangestellten fragen hören wird, ob er mir dabei helfen könnte eine Krawatte um meinen Hals zu binden!

Textosteron
Textlich gesprochen, tritt uns allen heutzutage ein weiteres modernes Rätsel gegenüber.
Das „stenografische“ Schreiben bei Kurzmitteilungsdiensten und sozialen Netzwerken. Internet-Sprache oder Netlingo, wie sie liebevoll genannt wird.
Man sagt, es sei die Sprache des 21sten Jahrhunderts. Seit 20 Jahrhunderten haben wir barbarischen Menschen Sprachen entwickelt, welche uns zivilisierten. Wörterbücher, welche uns erleuchteten. Shakespeares Sonnette, welche uns sich ineinander verlieben ließen (zumindest, falls wir sie verstanden).
Also würde ich gerne wissen, wer die brillante Idee hatte, dass wir das alles verdichten und in Netlingo verzerren müssen? Ich entrüste mich nicht über Sprachen wie Basic und Cobol, die die Bedienbarkeit von Maschinen erleichtern und uns modernisieren. Ich rede von dem Kram, der uns zu unseren barbarischen, grunzenden Tagen zurückkatapultiert.
Denn jetzt kommunizieren wir mit Abkürzungen. Kurzform. SMS-Sprache. SMS-Spr. Es wird behauptet, es erleichtere die Kommunikation.

Ich hörte, wie Martha Steward die aktuelle menschliche Haltung in ihrem Programm in etwa so erklärte:
Über ein Gerät gebeugt, mit nichts anderem als dem Geräusch von Skrillix-Musik in den Ohren. (Anm.: Skrillix=Eine Art elektronischer Musik)
Was soll aus uns werden? Anstatt miteinander zu sprechen, werden wir beim Schreiben unsinnige Anordnungen von Buchstaben verwenden. „Texten“ wird unsere einzige Kommunikationsform sein und falls wir sprechen, werden wir sprechen wie wir schreiben?
Doch das, was wir lesen werden, wird Kauderwelsch sein. BYBO…CYA…OMG…JSU…LOL…ROFL. Wenn man es vorliest, hört es sich überraschenderweise wie Grunz- und Stöhngeräusche an. Die, die wir machten als wir Affen waren. Werden sich unsere hochentwickelten Sinne dann nochmals zur Entdeckung der Sprache aufmachen? Wir haben doch schon mehr Sprachen als wir brauchen!!!
Gibt uns das nicht Allen zu denken? Jedem außer den Rappern, schätze ich. Die sind zufrieden mit jedweder Abkürzung, die man benutzt, solange sie mit dem Präfix oder Suffix F@#* daherkommt.

Doch was für mich sogar noch mysteriöser ist, sind Leute, die „sexten“. Was bedeutet, Nacktbilder über Handys und das Internet zu verschicken und auf der virtuellen Ebene rumzumachen, anstatt auf schlichten, alten Teppichen aus Kaschmir. Cyber6 wird das genannt. Cybersex für die Uneingeweihten.
Versteht irgendjemand das ungeheuerliche Ausmaß hiervon?? Bald werden wir alle „cybersexten“ und vergessen, wie man sich fortpflanzt. Wir zerstören langsam aber sicher die Menschheit…mit jeder Message ein wenig mehr. Don Altman sagte: „Die digitale Grenze ist eine nährende Umgebung, in welcher Verben und Nomen nicht nur geboren werden, sondern auch noch Nachwuchs miteinander bekommen.“
Yeah, das ist wirklich cool, doch stellen Sie sich eine Welt vor, überrannt von kleinen Verben und Nomen in hübschen Kinderwagen statt den Farex-Babies, an die wir uns irgendwie gewöhnt haben. (Anm.: Farex=Hersteller für Babynahrung)

Ein wunderbarer Autor, der auf den Namen Josh Gondelman hört, hat im Internet einen Test gemacht, bei dem berühmte Filmzitate in SMS-Sprache umgewandelt wurden. Einige der Resultate werden mein fassungsloses Aufschreien darüber, was mit uns passiert, glaubhaft bezeugen:

Vom Winde verweht
“Offen gesagt ist mir das völlig gleichgültig.”
wird zu…..

Offen gesagt, WTF!!“

 Fight Club
Erste Regel: Ihr verliert kein Wort über den Fight Club!“
wird zu…..
1ste Regel: STFU!“

 Jerry Maguire
“Du hattest mich schon beim “Hallo”.
wird zu…..
Du hattest mich schon @ „Hi“.

Sag ich doch. Darüber kann es keine große Debatte geben (no great debate about this). Oder sollte das eher…no gr8 db8 abt tis…sein?
Was mich zum beständigen Rätsel darüber bringt, warum Menschen die einfachsten Dinge verkomplizieren im endlosen Bestreben, ihre Leben zu entkomplizieren.
Das funktioniert auch andersrum: Die Leute werden von der Tarnung der Rätselhaftigkeit auf eine Weise verwirrt, dass selbst profane Dinge, setzt man sie in den richtigen Kontext, geheimnisvoll auf sie wirken. Als sogenannter Superstar sind Sie am Ende von Menschen umgeben, die die unsinnigsten Dinge in Rechtfertigungen für ihre eigene Vorstellung darüber, was Sie sind, kontextualisieren.

Wenn irgendjemand anderes verkünden würde, er benütze keine Seife beim Baden, würde es ein unerträgliches Stinken hervorrufen; als Superstar trägt es nur zum Repertoire aus Legenden, die um einen herum gesponnen werden, bei. „Und er benutzt noch nicht einmal Seife“, wird man in offenbarendem Ton wispern. (Nebenbei bemerkt benutze ich keine, doch mir wurde gesagt, ich röche fantastisch, und das ist kein Rätsel, ich benutze lediglich eine Menge Eau de Cologne.)

Ich habe Leute gesehen, die das Mysteriöse nutzen, sich selbst überlegen und viel interessanter aussehen zu lassen, als sie in Wirklichkeit sind. Es wirkt wie Charme. Vor Allem, wenn sie selbst darauf hereinfallen!
Das sind diejenigen, welche von sich selbst in dritter Person sprechen. „Er kann diese Kleidung nicht tragen in der Öffentlichkeit“, werden sie sagen, während man sich umsieht und wundert, auf welchen Exhibitionisten sie sich jetzt genau beziehen. Oder sie werden auf ihre eigenen Körperteile hinweisen, als gehörten sie zu einem geheimen Kollektiv aus Körperteilen. „Die Arme taten weh wie nach einem zweistündigen Training, Bro.“ Da ist noch eines, auf das sie ganz scharf sind; wenn sie rätselhafterweise ihre eigene Handlungskompetenz in öffentlicher Meinung auflösen: „Die Leute wollen, dass ich das tue“, werden sie verkünden und erwarten, ernst genommen zu werden. Welche Leute?! Ich mache mir Gedanken. Ich mache mir auch Gedanken darüber, ob sie, falls sie ihren Kopf lange genug aus ihrem Hintern herausbekommen, realisieren werden, dass da niemand ist, der ihnen sagt was zu tun ist.

Für mich ist es ein Rätsel, warum es niemals genug ist, ein Mensch zu sein oder gewöhnlich oder schlicht seltsam. Weshalb müssen wir uns in die Farce der Außeralltäglichkeit hüllen, nur weil wir (geheimnisvoll?) erfolgreich waren, wo andere zuvor scheiterten?
Andererseits ist Alles ein Mysterium für mich und ich mag es genau so. So wurde ich erzogen. Mein Onkel ist schuld. An Allem!

Zum Beispiel: Welche Armlehne des Sitzes im Kino ist meine?
Besitz ist ein Mysterium.
Warum müssen wir Blumen pflücken anstatt ihre Schönheit zu bewundern?
Warum leuchtende Edelsteine in Juwelen verwandeln?
Warum Vögel in Käfige sperren anstatt ihnen beim Aufsteigen in den Himmel zuzusehen?
Warum Flussfische in Deinem schäbigen, kleinen Aquarium zur Schau stellen, wenn sie in der Strömung flussabwärts schwimmen könnten?
Warum versuchen, Menschen, die wir lieben zu ändern und sich dann zu entlieben weil sie sich änderten?

Ich glaube, wir verbringen zu viel Zeit unserer Leben im Versuch zu wissen und damit, Erklärungen für Dinge zu finden. Warum haben wir Schwierigkeiten damit, das Unbekannte in unserer Welt zu akzeptieren? Es könnte schön sein, Dinge einfach sein zu lassen. Beziehungen. Liebe. Natur. Menschen.
Ob wir etwas wissen oder nicht macht in Wirklichkeit keinen Unterschied für die allgemeinen Gegebenheiten, denn wie tiefgreifend unser Wissen auch sein mag, ist es doch ungeheuer eingeschränkt.
Jemand sagte: „Kenntnis ist oftmals nur Vertuschung. Ideen, Konzepte, Theorien oder schiere Fakten sind Trugbilder oder Tarnungen unter denen wir unsere Angst vor dem Unerklärlichen verstecken. Wenn etwas in seiner Gesamtheit als Mysterium akzeptiert wird, heißt das tatsächlich, das wir es tiefer und intuitiver verstehen. Irgendwo in unseren Seelen sind wir im ‘die akzeptierende Form von Wissen’-Modus. Er umgibt unser Sein als Ganzes.“

Es ist wie Magie. Wenn Sie verstehen, wie es gemacht wird, wird sie zu einem Trick reduziert. Es ist wichtig, die Magie magisch bleiben zu lassen, um sie in vollen Zügen genießen zu können.
Rätselhaftigkeit zuzulassen verlangt Courage und die Geborgenheit damit zu leben ohne sich vor dem Unbekannten zu fürchten.
Die Akzeptanz des Geheimen führt zum furchtlosen Glauben an das Leben selbst. Rätsel erlauben es uns, Glauben zu haben und unseren Weg durch das Leben zu erfühlen anstatt es zu dekonstruieren.
Wie den Glauben den die meisten von uns in Gott haben.

Ken Kesey hat es treffend formuliert: „Ich bin für Geheimnisvolles, nicht interpretative Antworten. Die Antwort ist niemals die Antwort. Was wirklich interessant ist, ist das Mysterium. Wenn man das Mysterium sucht anstatt der Antwort, wird man immer suchen. Ich habe noch nie jemanden die Antwort finden sehen, doch sie denken sie haben sie. Damit hören sie auf zu denken. Doch die Arbeit besteht darin, das Rätselhafte zu suchen, Mysterien hervorzubringen, einen Garten anzulegen, in welchem seltsame Pflanzen wachsen und Geheimnisse blühen. Der Bedarf an Geheimnissen ist größer als der Bedarf an Antworten.“
Oder wie Arthur Stanley es erklärt: „Wir dachten, dass wenn wir eines kennen, kennen wir zwei, denn eins und eins macht zwei. Wir begreifen nun, dass wir eine ganze Menge mehr lernen müssen über ‘und’.“
Obwohl ich Skorpion bin, glaube ich noch immer, dass es besser ist durch dieses Leben zu gehen ohne eine Antwort zu finden. Denn die Antwort, wie Douglas Adams uns sagte, könnte möglicherweise 42 lauten. Und wenn 42 die Antwort ist, würde uns das nicht, gelinde gesagt, ein wenig enttäuschen?

PS: Nur so nebenbei, auch wenn ich glaube, was ich oben geschrieben habe, will ich noch immer krampfhaft wissen … Wer ließ die Hunde raus??? Wer? Wer??

(Anm.: „Who let the dogs out? Who? Who?“ Refrain des Songs „Who let the dogs out?“ by Baha Men, released in 2000)

~ Shah Rukh Khan for/für DNA After Hrs (India)
Quelle
Translation by/Übersetzung durch @Tuilere

Waage: „Es ist die Waage welche die in diesem Sternzeichen Geborenen symbolisiert. Waagen analysieren jeden möglichen Standpunkt in der Hoffnung die richtige Balance und Harmonie zu erreichen. Waagen sind die großen Diplomaten des Zodiak.“ Westliche Astrologie

Es gibt eine fünfte Dimension über das hinaus was der Menschheit bekannt ist. Eine Dimension so weitläufig wie der Weltraum und so zeitlos wie die Unendlichkeit. Sie ist der Mittelweg zwischen Licht und Schatten, zwischen Wissenschaft und Aberglauben.“ Rod Serling

Nur ein paar Tage zuvor appellierten meine Freunde von DNA an mich, eine monatliche Kolumne für ihre Zeitung zu schreiben. Eine allgemeine Auffassung über Schauspieler ist, dass sie in allem inkompetent seien außer dem Schauspielen (und manche sind angeblich/vermutlich auch darin inkompetent). Man erwartet von uns nicht wirklich, andere Interessen zu haben (naja, außer denen der kontroversen Art) aber bei mir trifft es nun mal zu. Ich mag es zu schreiben.
Seit Kurzem habe ich, wie wir alle, Zeit auf Twitter und im Internet im Allgemeinen verbracht. Der kombinierte Druck des 140 Zeichen-Limits und dem Lesen neuer Worte wie ‘Twerking’ (von jemandem aus dem Netz treffend beschrieben als ‘Maskerade eines Krampfes im Hintern als Tanz’) hat mich glauben gemacht, auch ich könnte mit meiner Schriftstellerei zum allgemeinen Wohlergehen der Gesellschaft beitragen. Was mich letztendlich überzeugte war, dass wenn ein Hashtag # (ein Zeichen das wir früher in Schimpfworten benutzten) Emotionen ausdrücken kann, können meine Worte zu Papier gebracht ebenso als Weisheiten erscheinen und es ist höchste Zeit, dass meine pfiffige, geniale Seite an die Öffentlichkeit gelangt. Also entschied ich, mir die Axt zu schnappen und mir selbst ein Bein abzuhacken indem ich in 12 derart weltbewegende Beobachtungen meiner Umwelt eintauche.
Von daher bin ich auf die „geniale“ und „originelle“ Idee gekommen, über die 12 Sternzeichen zu schreiben. Aber warten Sie … Das wird nicht die übliche wöchentliche oder tägliche Horoskop-Kolumne. Das überlässt man am besten Mr. Bejan Daruwala, Majorie Orr oder Linda Goodman. Ich denke einfach es ist ein guter Anfang. 12 Kolumnen, 12 Sternzeichen, 12 Eigenschaften über die ich schreiben kann. Nun werde ich also die Eigenschaften dieser 12 Sternzeichen herauspicken und eine auswählen, welche besonders hervorsticht, um darüber zu schreiben. Ich werde meine eigenen Erfahrungen, meine Sicht der Dinge oder einfach etwas, das um mich herum passiert, niederschreiben. Verwirrt? OK, lesen Sie weiter.

Diesen Monat beginnen wir mit der Waage.
Waagen sind bekannt für Gleichgewicht und Harmonie. Der Begriff Gleichgewicht neigt dazu Stillstand zu vermitteln, doch seltsamerweise sehe ich Gleichgewicht als etwas das wir im Leben brauchen, um die Dinge am Laufen zu halten. Das ist etwas was wir alle tun müssen … jeder, vom Seiltänzer bis zum Bankangestellten, braucht Gleichgewicht. Ein Bankangestellter muss die Balance zwischen Schulden und Guthaben sicherstellen während ein Star sein öffentliches mit seinem Privatleben im Gleichgewicht halten muss. Die meisten Menschen müssen Lüge und Wahrheit balancieren oder richtig und falsch. Während der Jahre in denen ich Erfahrungen sammelte war eines der faszinierendsten Gleichgewichte, welches ich erreichen musste, das zwischen Wissenschaft und Aberglauben.
Wir in Indien sind essentiell an den Aberglauben gebunden. Er ist eine natürliche Kleinigkeit unseres Lebens. Ich bin ein Wissenschaftsstudent (mit einem Abschluss von über 90 Prozent in Elektronik, wenn ich das hinzufügen darf). Was nicht heißt, dass ich ein elektronisches Teil öffnen und es danach wieder zusammenbauen kann. An dieser Front geht es mir wie jedem anderen auf der Welt auch: ratlos das kleine ‘Dingens’-Teil des elektrischen Aufbaus in der Hand haltend, mich am Kopf kratzend und mich wundernd „Wo sollte das nochmal hinpassen?“, aber mehr davon in einer anderen Kolumne.
Mit meinem Hang zur Wissenschaft nehme ich auch immer den wissenschaftlichen Weg in Angriff. Wenn ein Teil meines Körpers auseinanderfällt oder kaputt geht, bin ich mehr als willig es durch die Hände eines Experten, nämlich eines Chirurgen, ersetzen zu lassen. Ich hatte acht solcher Entfernungen und Implantate während der letzten 20 Jahre. Glücklicherweise ist bisher kein Chirurg nach der Operation an mich herangetreten und fragte mich: „Ähm, SRK, ich habe hier dieses grüne Stückchen Milz übrig von der OP letzte Nacht, können Sie mir sagen ob es Ihres ist, denn sonst könnte es von Bett 42 sein …“

Ich bin also ein Anhänger der Wissenschaft und ihrer mannigfaltigen Vorteile. Gleichwohl würde ich noch immer keinen Bungee Jump oder einen Skydive an einem Freitag den 13ten machen. Hashtag #JustSaying
Einige Jahre zuvor sah ich mich dem Balance-Akt gegenüber, meine wissenschaftliche Neigung gegen den Aberglauben abzuwägen. Eines Abends erfuhr ich, dass ich eine prolabierte Bandscheibe in meiner Wirbelsäule hätte und ich unters Messer müsste. Es ist ein großer Eingriff, gleichzusetzen mit einer Gehirnoperation (von der ich vermutlich mehr gehabt hätte!), weil er das Rückenmark betrifft.
Es war aber auch so, dass sich dies als der größte Akt von Gelassenheit herausstellte, in den ich je verwickelt wurde. Alle fingen an ein schlimmes Ende vorherzusagen. Sie listeten alles auf, was schief gehen könnte. Sie sagten, ich könnte eine Lähmung davontragen oder ohne Stimme enden. Mir schossen auch einige Gedanken durch den Kopf. Die Ärzte empfahlen eine zeitnahe Operation.
Ich fürchtete mich genauso wie jeder andere es täte bei dem Gedanken, dass an seiner Wirbelsäule herum gedoktort würde, also gab ich denjenigen ein Jahr, die meinten sie könnten meinen Bandscheibenvorfall unter Wegfall medizinischer Forschung heilen.
Lassen Sie mich klarstellen, dass ich nicht versuche, den Glauben oder Aberglauben der Leute zu untergraben. Verschiedene Dinge funktionieren für verschiedene Menschen. Wenn Sie an etwas glauben, dann funktioniert es für Sie. Kürzlich hat eine Studie bewiesen, dass Menschen mit Aberglauben Dinge besser bewältigen als diejenigen ohne ihn, wer also sind wir, die Welt des Unbekannten und ihre Unbekanntheit in Frage zu stellen?
Für mich war es einfach faszinierend, dass es eine solch wunderbare Vielfalt von Heilmethoden und Behandlungen für eine ernste Verletzung wie meine gab. Meine Familie und Freunde schlugen alle möglichen Behandlungen vor, von Akupunktur bis hin zu Öl, hergestellt aus dem Stachel eines Skorpions. Ich bin stolz Ihnen sagen zu können, dass ich aus dem tiefen Bedürfnis heraus, die ‘BALANCE’ (in Großschrift, weil dies das Thema ist) der Dinge aufrecht zu erhalten, die meisten davon sehr gelassen ausprobiert habe.

Was nun folgt ist eine Aufzählung einiger meiner Eskapaden und Missgeschicke bis zum Tag der finalen Operation. Dies sind Auszüge meines noch unveröffentlichten Buches und während Sie lesen, werden Sie feststellen, dass hier keine Flunkerei oder Übertreibung faktischer Vorkommnisse zu finden ist. Die Namen der Protagonisten wurden geändert, um Ihre Privatsphäre aufrecht zu erhalten und hauptsächlich, um sie davon abzuhalten mich in naher Zukunft zu verklagen oder physisch zu attackieren.

…Der Arzt, den ich für eine ‘Nadeltherapie’, wie ich es nennen möchte, aufsuchte, ist ein wunderbarer Mediziner. Er ist einer der weltweit führenden Ärzte in diesem Bereich. Er sprach sogar drei Worte Hindi, die ihm von anderen indischen Patienten beigebracht worden waren (offensichtlich kannte er nicht deren Bedeutung, sonst würde er sie nicht benutzen, es sei denn Ihre Mutter und Schwester zu beleidigen wäre Teil der Behandlung).
Der Gedanke daran, dass er mir Nadeln in meinen Nacken stecken würde war furchterregend. Aber ich hätte mich nicht sorgen müssen. Er wollte mir keine Nadeln in den Hals stecken, stattdessen wollte er sie in meine Kronjuwelen stechen, um mein Genick zu reparieren!
Wie Sie sich vorstellen können war dies eine äußerst schmerzvolle Aussicht. Ich war bis in den Kern meiner inneren Mitte erschüttert (nicht zu reden vom Teil unterhalb). Er kam aus dem Fernen Osten und wir verstanden uns nicht besonders gut. Er wiederholte ständig: „Ziehen Sie sich aus, ziehen Sie sich aus.“ Also zog ich mein Shirt aus, doch das schien nicht auszureichen. Er setzte sein Mantra bedenkenlos fort: „Ziehen Sie sich aus.“
Bald lag ich nackt auf seinem Tisch und er hielt diese großen, großen Nadeln in den Händen. Der Rest ist zu grausam für eine Beschreibung. Es war die erniedrigendste und schmerzhafteste Erfahrung meines Lebens.
Die Tortur ging zu Ende und ich kam geschädigt und mit blauen Flecken nach Hause. Die einzige Sache, die sich geändert hatte war, dass der Schmerz jetzt zwischen meinen Beinen und nicht in meinem Nacken saß. Ich kann Ihnen sagen, es lenkte mich genug ab, um mich mein ursprüngliches Leiden vergessen zu lassen. Trotzdem, als ich mich von der Nadel-Stich-Attacke erholt hatte, kehrte der Nackenschmerz mit aller Macht zurück. Bisweilen denke ich an den guten Doktor und meine Erziehung zupft an meinem Gewissen. Ich habe ihm nie gedankt. Vielleicht hätte ich ihm eine Notiz schicken sollen … in Hindi … nur die drei Worte, die man ihm beigebracht hatte!

……Die ‘Energie Experten’ hatten mittlerweile entschieden, dass der Grund für den Bandscheibenvorfall in meinem Nacken in der Ausrichtung zu finden war, in der ich schlief. Also wurde die Position meines Bettes geändert. Veränderung ist gut. Neuerungen sind erfrischend; sie geben dem Leben die Würze. Ich mag Veränderung. Trotzdem tauchten einige Probleme auf.
Mein Plasma-Fernseher war mit dem Gedanken an die ursprüngliche Ausrichtung meines Bettes an der Wand befestigt worden. Die Befestigung von der Wand zu lösen wäre einem Neuaufbau selbiger gleichgekommen. Das Gerät blieb also wo es war und der einzige Weg fernsehen zu können bestand darin, mich irgendwie auf den Kopf zu stellen. Meine Nachttischlampe warf ihr Licht auf meine Slipper fürs Badezimmer anstatt auf das Buch, welches ich im Bett las. Die Badezimmertür war nun dort, wo mein Fernseher hätte sein sollen. Allerdings muss ich zugeben, dass die sechs Episoden der sich leicht bewegenden Tür interessanter anmuteten als der Krempel dem wir durch den Flimmerkasten ausgesetzt werden.
Die Kopflehne hing unerklärlicherweise mitten in der Luft, ohne ein Bett darunter. Wäre ich in der Lage, 30 Zentimeter über dem Boden zu schweben, hätte ich meinen Kopf dagegen lehnen können.
Meine Klimaanlagen-Fernbedienung bediente überhaupt nichts mehr. Sie musste direkt auf den Kühlschrank gerichtet werden, um die Anlage einzuschalten. Ich schätze, das Signal wurde von der blanken Oberfläche reflektiert und fand auch so seinen Weg zum Infrarot-Sensor. Seltsamerweise folgte das Signal nicht dem umgekehrten Weg und um das verdammte Ding auszuschalten, musste ich ans Fußende des Bettes rutschen und wild durch die Gegend klicken bis ich hörte, dass die Klimaanlage nicht mehr rauschte.

……Verzweifelt rief ich meinen Chirurgen in England an. Ich sagte ihm, ich würde in den nächsten Tagen in seine Klinik kommen. Er war besorgt und fragte mich: „Haben Sie Schmerzen?“. „Nein“, antwortete ich, „Ich bin in der Badewanne und versuche zu schlafen, denn offensichtlich ist dies der Bereich mit den besten Energien.“ Hashtag #Help!

……Meine Freunde forderten mich ein letztes Mal auf, Ihren Panditji aufzusuchen ehe ich nach England aufbrach. Sie meinten, seine Gebete würden mir helfen. Ich stimmte zu, da ich an positive Gedanken und gutes Karma glaube. Der Panditji sah gelehrt und sehr modern aus. Er fragte mich nach dem Ablauf der Nackenoperation. Ich beschrieb jedes Detail. Er schloss seine Augen und rezitierte ein Mantra. Dann schaute er mich mit warmen, friedvollen Augen an und sagte: „Sind Sie sicher, dass man eine Titanscheibe benutzen muss?“ Ich entgegnete: „Yeah, es ist die neueste Entwicklung und wirklich cool.“ Er seufzte. „Sehen Sie, es liegt an Ihrem Karma, dass Sie sich der Operation unterziehen müssen. Davor können Sie nicht davonlaufen. Da gibt es nur eine Sache, Titan ist nicht ihr Element, können Sie den Arzt fragen ob er stattdessen Mondstein verwenden könnte?”

……Die Operation war weniger schmerzhaft. Sie war in rund anderthalb Stunden erledigt. Mir wurde mitgeteilt, alles sei wunderbar. Wie man in unseren Filmen sagt … „Operation gelungen.“
Was erniedrigend war, war die Kleiderordnung der Klinik.
Ich glaube, ein Patient in einem Kittel bedeutet, dass er oder sie sehr krank und ziemlich hilflos ist. Sie benötigen eine Menge Pflege und medizinische Aufmerksamkeit. Es ist eine Art Uniform, die einem sagt, dass die Person, die sie trägt, Ihre Sympathie und Ihr Mitgefühl verdient. Niemand erwartet eine Stella McCartney doch zumindest … zumindest sollte es Sie sich nicht in gnadenloses Kichern auflösen lassen. Stellen Sie sich vor, ein humpelnder und hilfloser Patient geht an Ihnen vorbei und entfernt sich langsam von Ihnen. Sie folgen ihm mit den Augen, sichtlich bewegt; in diesem Moment verlieren Sie den hilflosen Anblick völlig aus den Augen und ihr Fokus landet ohne Umschweife auf seinem Hintern. Welchem Zweck soll diese enthüllende und äußerst erniedrigende Aufmachung dienen? Ich frage all die ausgezeichneten Menschen des medizinischen Berufsstandes.
Selbst als ich wegen meiner Knie- und Knöcheloperationen nach Österreich ging wurde ich gezwungen, dieses lächerliche Outfit zu tragen. Ich hätte doch genauso gut Shorts oder Bermudas tragen und mein Knie operiert bekommen können. Es ist ja nicht so, dass mein Hintern aufblitzen muss, um leichter an mein Knie zu kommen. Ich denke, dieser Kleidungsaspekt muss weltweit vom medizinischen Fachpersonal überdacht werden.
Er erfordert sofortige, wissenschaftliche Beachtung.

Wie gesagt, führte mich das totale Versagen von jedermann, mich durch gutgemeinte Vorschläge zu heilen, letztendlich zu meiner Wirbelsäulen-OP. Was sie natürlich keinesfalls davon abhielt, die Anerkennung für deren Erfolg einzufordern, als ich nach Hause kam.
Das Hufeisen, welches während meiner Abwesenheit außen an meinem Schlafzimmer angenagelt worden war, hatte offenbar seine Magie auf den Chirurgen wirken lassen.
Der ‘Energie Experte’ war überzeugt, dass sein Verschieben meiner Einrichtung die Lücke in meiner Wirbelsäule geschlossen hätte und auch meine Freunde schworen auf den imaginären Mondstein ihres Panditji. Vielleicht war es das Energiegleichgewicht, vielleicht war es die Operation oder es könnte auch das schuhlose Pferd gewesen sein, wer weiß?
Möglicherweise sind Glaube und Wissenschaft tief miteinander verbunden.
Vielleicht sehen wir nur die Balance zwischen ihnen noch nicht. Alles was die Wissenschaft heute beweist, widerlegt sie morgen wieder und der Glaube an eine Idee endet oft in empirischer Verwirklichung. Aberglaube ist der Glaube an eine übernatürliche Ursächlichkeit, wir können ihn nicht völlig abtun solange wir nicht die Komplexität und Reichweite der Natur verstehen.

Ich denke, man kann mit Sicherheit sagen, dass es unzählige Dinge auf dieser Welt gibt, die für immer außerhalb unseres Verständnisses bleiben werden. Jeder von uns wählt seine eigenen Vorstellungen und lebt danach und wir alle sind begrenzt durch unsere eigene Situation. Der Trick besteht darin, jede einzelne Form gut gemeinter Taten, Glauben, Aberglauben zu respektieren und trotzdem zu der Suche der Menschheit nach Wissen (dem Verlangen nach wissenschaftlicher Enthüllung) aufzusehen, um allem Rückhalt zu verleihen. Das ist es, was ich tat.
Ich zog Titan dem bääääääh Mondstein vor und für mich hat es funktioniert … Klopf auf Holz!!!

~ Shah Rukh Khan for/für DNA After Hrs (India)
Quelle

Translation by/Übersetzung durch @Tuilere