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FAN – Shah Rukh at Madame Tussauds

Posted: April 24, 2016 in 2016

 

Shah Rukh
Bei Madame Tussauds zu sein und ohne Gedränge die eigene Statue ansehen zu können und Fotos zu machen hat schon Spaß gemacht.
Natürlich dreht sich die Szene darum, wie ich meine Statue ansehe und Unfug mit ihr anstelle. Das zu tun und sich über die eigene Statue zu ärgern ist allein schon ein seltsamer, surrealer Höhepunkt. Ja, es ist eine sehr komische Erfahrung.
Ich bin dem Madame Tussauds sehr dankbar, dass man uns die Erlaubnis erteilt hat, das zu tun, denn die Statuen sind wirklich sehr empfindlich und man hat jahrelang an ihnen gearbeitet, also kann man nicht einfach auftauchen und sie kaputt machen.

Nicole Fenner
Wir haben eine lange Geschichte. Das Gebäude von Madame Tussauds besteht schon seit 250 Jahren, was vor ein paar Jahren gefeiert wurde.
Tausende Besucher kommen täglich ins Madame Tussauds London und Shah Rukh ist definitiv einer unserer beliebtesten Bollywood Filmstars. Viele Leute strömen in Scharen herbei, um ein Foto mit ihm zu schießen. Wir freuen uns, vor Jahren mit ihm zusammengearbeitet zu haben und er nun seinen neuesten Film FAN hierher bringt um eine Szene bei uns zu drehen

Maneesh Sharma
Wenn ich mich nicht irre, hat Madame Tussauds London noch nie seine Pforten für einen Filmdreh geöffnet. Glücklicherweise hat man zugestimmt und es war sehr liebenswürdig, dass man uns die Erlaubnis gab. Vor allem, wenn man den Inhalt der Szene bedenkt, in der es ein gewisses Chaos gibt, das wir auf bestimmte Art einfangen mussten. Aber man war so nett die Erlaubnis zu erteilen. Es war für uns alle sehr aufregend, nicht nur bei Madame Tussauds drehen zu dürfen, es hat immer einen bestimmten Charme an einer tatsächlichen Örtlichkeit zu drehen.
Wir hatten das Museum zwei Tage lang ganz für uns. Eigentlich drehten wir nur in einem Bereich, aber jeder ist mal herumgeschlendert, um sich andere Statuen anzusehen, die man toll fand. Ich denke, unser ganzes Team hat Madame Tussauds so gesehen wie es wohl sonst niemand zu sehen bekommt. Das hat großen Spaß gemacht.

Manu Anand
Für Madame Tussauds hatten wir einen sehr strammen Zeitplan, weil wir das Museum erst nach einer bestimmten Uhrzeit für uns hatten und es nach Schließung erst einmal beleuchten mussten. Nach dem Ausleuchten kam natürlich der Dreh, wofür wir nicht wirklich viel Zeit hatten. Maneesh und ich hatten einige Dinge vorgeplant, doch er mag es, mit den Schauspielern zu arbeiten, sie an dem Ort zu sehen, die Proben zu sehen. Und er liebt es, die Schauspieler improvisieren zu lassen, wenn sie etwas bestimmtes machen wollen.

Maneesh Sharma
Das ist eine Sache, bei der man sich sehr glücklich schätzen kann und Demut fühlt, wenn man etwas zu Papier gebracht hat und dann hofft, dass alles klappt. Zum Glück konnten wir alles bewerkstelligen.

Shah Rukh
Wir wuchsen in Delhi auf, zu einer Zeit in der die Familien ins Ausland reisten und vor der Abreise mit Girlanden geschmückt wurden und man vor dem Flughafen betete.
Das liebste Reiseziel meiner Mutter war Madame Tussauds, falls sie mal nach London käme. Es ist ziemlich emotional für mich, ein Teil von Madame Tussauds und seit Kurzem auch des Grevin Museums in Frankreich zu sein. Ich fühle mich sehr geehrt, von Dank erfüllt und gesegnet, dass es dazu gekommen ist.
Und nun mit dir selbst, mit einer nach dir geschaffenen Statue zu drehen ist wirklich ein Höhepunkt.

 

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Nie im Leben – Never have I ever

Posted: April 24, 2016 in 2016

 

Bei diesem Spiel können Deine Fans einiges über Dich erfahren, ohne dass Du zu viel preisgibst. Du antwortest einfach mit ‘Doch’ oder ‘Niemals’.
Okay Shah Rukh, erste Frage im Spiel ‘Nie im Leben’:

Nie im Leben habe ich meinen Promistatus ausgenutzt.
‘Niemals’
Ich sehe eben zu gut aus, da geht das auch so.

Nie im Leben war ich wütend auf einen Fan und habe es später bereut.
‘Doch’
Ja, ich denke schon… tut mir leid.

Nie im Leben habe ich die Zahnbürste von jemand anderem benutzt.
‘Doch’
Oh doch, doch, das hab ich.
Bevor Du ein Star warst oder danach?
Oft benutze ich sie aus Versehen, ohne zu wissen, wem die Zahnbürste überhaupt gehört… tut mir echt leid.

Nie im Leben war ich neidisch auf einen Schauspieler, weil er eine Filmrolle ergattert hat.
Niemals’
Wenn ich nicht im Film bin, ist er nicht gut genug.

Nie im Leben wurde ich erwischt, während ich einen Porno ansah.
‘Niemals’
Ich war noch sehr jung, als ich das letzte Mal einen sah, glaube ich. Wir wurden nicht erwischt. Der Titel war Debbie does Dallas, aber das ist sehr lange her, wir waren jung und noch in der Schule. Mich machen Pornos nicht an, ich mag sie nicht mal, sie sind mir zu explizit.

Nie im Leben war ich in eine Schauspielkollegin verknallt.
‘Doch’
Doch, ich bin in sie alle verknallt, ich liebe sie. Ich würde sie alle heiraten.
Hoffentlich sieht Gauri Khan zu…
Ja, es ist keine Schwärmerei, ich liebe sie wirklich.

Nie im Leben bin ich außerhalb eines Films einer Schauspielkollegin näher gekommen.
‘Niemals’
Außerhalb eines Films? Nein.

Nie im Leben wurden mir Handschellen angelegt.
‘Doch’
Oh doch, zweimal. Ich wurde auch mal von Polizisten verprügelt.

Nie im Leben habe ich geschummelt, um ein Spiel zu gewinnen.
‘Niemals’
Das nehme ich sehr ernst. Ich werde echt sauer, wenn jemand bei Spielen schummelt.

Nie im Leben habe ich jemandem eine falsche Handynummer gegeben.
‘Niemals’
Nein, nie. Ich lehne einfach ab. Ich schwindele und sage, ich hätte kein Handy, weil ich mich selbst isoliere und nicht telefoniere. Die Strahlung beeinträchtigt mich und all das…

Nie im Leben bin ich mit einem Kater aufgewacht und konnte mich nicht erinnern, was in der Nacht zuvor passiert ist.
Wenn es passiert ist, dann ‘Doch’?
Ja.
‘Doch’

Nie im Leben habe ich betrunken aus Versehen einen Freund angerufen.
‘Niemals’
Wie denn auch, ich telefoniere ja nicht!

Okay, zu guter Letzt…
Nie im Leben habe ich in einer Talkshow gelogen.
‘Niemals’
Naja, niemand hat mich bisher etwas gefragt, worüber ich hätte lügen müssen. Das traut sich keiner…

 

Shah Rukh becoming Gaurav – Shah Rukh wird zu Gaurav

Maneesh Sharma
Sein Name ist Shah Rukh, was ‘königliches Gesicht’ bedeutet. Nun, eine Doppelgängerversion des Gesichts zu erschaffen, das die Menschen seit 20, 25 Jahren vergöttert und geliebt haben, war eine große Herausforderung.

Shah Rukh
Aus irgendeinem Grund bestand Maneesh darauf, er sollte lockiges Haar haben, kein glattes Haar, doch ich war eisern und sagte Nein, denn ein Fan übernimmt normalerweise zuallererst die Frisur des Stars. Wir haben es immer wieder getestet und dachten, dass er wenigstens anders aussieht als Shah Rukh.

Maneesh Sharma
Gauravs Aussehen war natürlich eine große Aufgabe und jede Menge Forschung floss mit ein. Anfangs, als wir mit Techniktalenten im Ausland Kontakt aufnahmen, wurde uns von einigen sehr erfahrenen Leuten gesagt, es wird nicht realisierbar sein. Es gab einen Punkt an dem wir dachten, es wird nicht möglich sein. Doch die Leute von Red Chillies, Harry und Keitan, stimmten uns zuversichtlich, dass es machbar sei, wir müssten nur weiter herumexperimentieren und viel Forschung und Entwicklung betreiben.

Haresh (Harry) Hingorani
Der Grundgedanke war, das nicht komplett mit computergenerierten visuellen Effekten lösen zu können. Es musste eine Mischung aus Prothesen und Spezialeffekten sein.

Maneesh Sharma
Es war toll, als wir mit Greg (Cannom) in Kontakt kamen. Er nahm die Herausforderung an und meinte, es sei machbar.

Greg Cannom
Es klang nach einer Menge Spaß, doch ich war fassungslos, als ich hörte für wie viele Tage er in der jungen Aufmachung drehen würde. Damals sprach man von 70 Tagen! Normalerweise dreht man in solchen Aufmachungen 10, 15, vielleicht auch mal 20 Tage lang.

Conceptualising Gaurav – Das Entwerfen von Gaurav

Maneesh Sharma
Sämtliche Techniker, Make-Up-Experten und wirklich erfahrene Leute, mit denen wir uns unterhielten, gaben uns die Perspektive, jemanden wirklich jünger erscheinen zu lassen, sei nahezu unmöglich. Man könne jemanden nur älter aussehen lassen.

Shah Rukh
Ich denke, selbst Greg hatte so etwas noch nicht gemacht, niemand hatte das. Es ist das erstes Mal, dass man Prothesen benutzt, um jemanden jünger aussehen zu lassen. Und das Ganze ist unter ungewohnten Umständen und im indischen Wetter noch viel schwieriger.

Keitan Yadav
Jüngere Gesichter sehen gut definiert aus und besitzen eine Fettschicht. Wenn man ältere Bilder von SRK oder uns anderen sieht, erkennt man, dass das Gesicht ein wenig molliger und definiert aussieht. Wird man älter, wird die Fettschicht ungleichmäßig und die Haut verliert ihre gleichmäßige Glätte. Die Herausforderung war es also, dieses gut definierte Gesicht wiederherzustellen.

Shah Rukh
Sie sind vom Alter her verschieden, das ist sehr interessant, und ich weiß noch immer nicht, ob ich jünger aussehen werde als ich bin, also 27. Das ist mein wahres Alter. Ich versuche, im Film wie 15 auszusehen. Hoffentlich funktioniert es.

Maneesh Sharma
Greg musste einen Abdruck von Shah Rukhs Gesicht und vieles mehr anfertigen, auch Formen für alle Teile.
Selbst mit seiner Erfahrung musste er für die Formen eine Menge Forschung und Entwicklung betreiben, manches funktionierte, anderes ging schief.
Ich hatte ihm seine (SRKs) aktuellen Bilder geschickt und auch ältere Bilder. Soweit ich mich erinnere, waren darunter Standbilder aus
Fauji, Dil Dariya, Circus, Deewana und Darr. Ich sagte ihm, das ist der junge Shah Rukh. Also musste er (Gaurav) gleichzeitig ein junger Kerl und eine abgewandelte Ausgabe des jungen Shah Rukh sein.

Greg Cannom
Von Anfang an wollte man, dass er molliger ist. Der erste Versuch allerdings sah irgendwie klumpig aus und es klappte einfach nicht.
Irgendwann saß ich dann in meiner Werkstatt und fragte mich, was in Gottes Namen ich machen soll. Ich ließ den Blick schweifen – ich habe dort all die Kopfabgüsse von Schauspielern – und als ich nach oben sah, blieb ich bei Brad Pitt hängen und dachte „Wow. Er sieht wirklich gut aus, aber sein Kiefer und die unteren Wangen sind sehr ungewöhnlich geformt.“
Also hab ich das für Gaurav ausprobiert und ihm in diesem Bereich Brad Pitts Wangen verpasst.

Shah Rukh
Ich verstehe die Logik dahinter, wenn ich ein Bild sehe, auf dem ich jünger bin. Meine Oberlider sind heute schwerer/ausgeprägter, das bekommt man selbst ja nicht mit. Wir mussten also die Lider wieder nach oben bekommen, ohne dass es manisch aussah, nur so viel, damit die (jugendliche) Unschuld zurückkam ohne ständig selbst die Augenbrauen hochziehen zu müssen.

Prosthetics – Prothetik

Shah Rukh
Ich denke, meine Haupttätigkeit während des Films war es, in einem Sessel zu sitzen… das ist er sogar… einfach in diesem Sessel zu sitzen. Täglich vier bis fünf Stunden in diesem Sessel sitzen.
Das hatte ich noch nie gemacht. Noch nie hatte ich fünf Stunden an einem Fleck gesessen, außer wenn es mir sehr schlecht ging, mit gebrochenen Knochen. Ich habe es gehasst! Doch ich hatte mir selbst versprochen, nicht zornig zu werden.

Greg Cannom
Wir mussten durch mehrere Stufen. Die erste Stufe war ein Vollabdruck, die Tests dauerten vier, fünf Stunden, dann habe ich mit speziellem Klebeband alles in Form geklebt. Danach wurden Gipsabdrücke gemacht, auch von seinem Hals, seiner Nase, weil wir die Form seiner Nase ändern mussten, die nicht wie seine eigene aussehen durfte.
Wir verpassten ihm Gebissprothesen, um die Mundform zu verändern, damit sie zur Kieferform passte. Dann benutzten wir Auffüller für die Augenbrauen, einfach damit seine Brauen voller aussahen. Dazu klebten wir winzig kleine Haarteile in seine Augenbrauen und benutzten feine Kosmetikstifte, was seine Brauen doppelt so dicht machte. Wir versuchten, alles an seinem Gesicht zu verändern, seine Zähne, seine Kieferform, einfach alles.
Es gab immer wieder Tests während der Arbeit und auch Shah Rukh wies auf Verschiedenes hin. Ich hatte z.B. die künstlichen Wangen hier aufgeklebt, wodurch sie Falten warfen, und er und alle anderen wollten die Teile hinter seinen Grübchen haben, die sichtbar bleiben sollten. Also brachte ich ein kleineres Stück entlang der Wangenmitte an, was wir in Filmen eigentlich nicht tun.

Shah Rukh
Wenn man… sorry, dass ich hier von mir selbst in dritter Person spreche… doch wenn man denkt, man sähe aus wie Shah Rukh Khan, dann muss man Grübchen haben. Er (Greg) sagte, er habe eben keine Grübchen, und ich meinte „Nein, dann kann man nicht wie Shah Rukh Khan aussehen“.
Wir sagten, die Grübchen müssen da sein, vielleicht etwas weniger ausgeprägt als seine, also meine.

Greg Cannom
Dann machte ich so was wie ein korrigierendes Make-Up, bei dem ich Verschiedenes hervorhob. Dort, wo er (Shah Rukh) kleine Schatten hat, brachte ich also Highlights ins Spiel, um die Bereiche hervorzuheben. Es war ziemlich verblüffend, wie gut es funktionierte.

Shah Rukh
Der Bereich zwischen dem Silikon und dem echten Gesicht füllt sich mit Schweiß, man hat dort also ein ziemlich komisches, wässriges Gefühl. Wirklich sehr ungewohnt, wie ein Wasserbeutel. Man ist zwar Schauspieler, und soll Stimmungen ausdrücken, aber da ist dieses komische Gefühl auf einer Seite und man will alles herunterreißen.
Außerdem muss man sehr vorsichtig sein, man darf es nicht anfassen, man kann nicht daran herumkratzen. Wenn man es tut, muss man wieder zwei Stunden in die Maske.
Täglich vier Stunden lang Prothesen und Silikon auf das Gesicht geklebt zu bekommen ist die absolut lästigste Sache der Welt. Auch wenn das Ergebnis fantastisch aussieht, sträubt man sich innerlich dagegen.

VFX – Spezialeffekte

Harry Hingorani
Maneeshs Ausgangspunkt war, dass Gaurav aus bestimmten Blickwinkeln wie Aryan Khanna aussehen sollte, das war ganz klar.

Keitan Yadav/Harry Hingorani
Sobald die Idee geboren war, Shah Rukhs kultige Nase kleiner zu machen, waren Silikonprothesen raus, weil man mit Prothesen oder Make-Up nur etwas hinzufügen kann, man kann nichts wegnehmen. Das also musste am Computer erledigt werden.
Wir mussten die Bereiche auffüllen, bei denen wir das Gefühl hatten, sie seien nicht gut genug definiert. Seine Augenbrauen wurden begradigt, damit er anders aussieht. Der Abstand zwischen Nase und Amorbogen wurde etwas vergrößert, ebenso die Augen. Die Kinnpartie wurde betont.
Der Unterschied zwischen Silikonprothesen und echter Haut wurde entfernt und verschmolzen, wir mussten Bartstoppeln einfügen, wenn es erforderlich war. Gesichtsausdrücke mussten angepasst werden, die Lippen mussten verändert werden. Die Muskeln am Hals und der Adamsapfel mussten abgeschwächt werden.
Wenn man uns fragt, was der schwierigste Teil des ganzen Aufbaus von Gaurav war, dann war es der, die Nase richtig hinzubekommen.
Sobald man beide zusammen sieht, bemerkt man sofort, dass Gauravs Nase anders ist.

Maneesh Sharma
Als wir einen ersten Test für Shah Rukh mit den Prothesen machten und einiges Bildmaterial drehten, kamen wir auf die Idee, wie es wäre, ihn ein wenig zu verkleinern.

Keitan Yadav
Tatsächlich haben wir seine Schultern verschmälert und korrigiert, seine Brustmuskulatur abgemildert. Es ist also nicht einfach nur, als hätte man ihn als 2D-Zeichnung um 5 Zentimeter geschrumpft.

Harry Hingorani
Wenn man sich einen Fünfzigjährigen und einen Zwanzigjährigen ansieht, die körperlichen Veränderungen, bemerkt man, dass der Körper wächst. Beim Gesicht… ich meine, wenn man das zwanzigjährige Gesicht von jemandem mit dessen fünfzigjährigen Gesicht vergleicht, sieht man, dass das Gesicht mit der Zeit größer wird. Die Person ist zwar schlanker, doch das Gesicht wächst.
Jetzt sieht man, dass Aryans Gesicht um einiges größer ist im Vergleich zu Gauravs. Das war die Hauptsache, wir mussten sein Gesicht verkleinern, um ihn jünger aussehen zu lassen.
Da wir seinen Körper in jeder Szene schrumpfen mussten, mussten wir seinen kompletten Körper scannen. Dafür braucht man Beratungen, inwieweit man scannen muss, weil man aus jeder Einstellung 5 Zentimeter herausrechnen muss. Aus diesem Grund mussten auch all seine Kostüme usw. gescannt werden.

Maneesh Sharma
Ich will nicht sagen, ich hätte nicht gewusst, was ich wollte, aber ich wollte die Balance finden, dass er wie er aussah, aber irgendwie doch nicht. Wie ein Doppelgänger eben. Bei vielen Dingen muss die Ähnlichkeit erhalten bleiben und doch der Gedanke möglich sein, dass er nicht er ist.
Hierbei will ich gar nicht erst von Shah Rukhs Geduldspegel anfangen. Es verlangt einem viel ab und ist ein ziemlich zermürbender Prozess. Nicht nur, dass man vier Stunden in der Maske sitzt, sondern auch mit dem Make-Up schauspielt.

Shah Rukh
Wenn ich eine Szene als Gaurav spiele, weiß ich nicht, ob es funktioniert oder nicht, weil ich nicht spüre, was ich tue. Als Schauspieler mit 25 Jahren Erfahrung weiß ich oft, wie ich aussehe, wenn ich dies oder das tue, man kennt das eigene Gesicht. Bei Gaurav hatte ich keine Ahnung, ich wusste nicht, ob es richtig oder falsch war, also überließ ich es allen anderen, darüber zu entscheiden, ob es eine gute Aufnahme war oder nicht.

Maneesh Sharma
Wir hatten große Sorge, wie wir alles bei einem solchen Einsatz von Prothesen und einem Film mit so vielen Gefühlsäußerungen eines einzelnen Schauspielers durchziehen können. Aber ich denke, durch die ganze technische Unterstützung haben wir das Gewollte erreicht.
Zum ersten Mal überhaupt wurde diese Art von Technologie angewandt und das wohl recht erfolgreich.

Keitan Yadav
Das Auffälligste ist natürlich das Gesicht, so etwas wurde vorher noch nie erreicht. Nicht in diesem Ausmaß, durch den ganzen Film hindurch. In reguliertem Licht, sind ein bis zwei Minuten, vielleicht ein, zwei Szenen möglich, in denen nicht viel Bewegung herrscht. Man kann mit dem Licht tricksen, mit Gesichtsausdrücken, mit Kleidung und alldem, dann ist es in diesem Rahmen möglich. Doch für anderthalb Stunden, einen ganzen Film, in welchem der Hauptdarsteller tanzt, springt, weint, kämpft, rennt, bösartig wird usw., wurde das noch nie zuvor gemacht.

Greg Cannom
Er (Shah Rukh) half eine Menge beim Make-Up-Design, er hatte tolle Ideen.
Inzwischen scherzen wir viel miteinander. Zum Beispiel sagte ich mal „Shah Rukh, Du bist mein zweitliebster Schauspieler.“ „Ach, wer ist auf Platz eins?“ „Alle anderen.“, so was eben.
Vor Kurzem habe ich einen Ausschnitt vom Anfang des Films gesehen und ich bin fassungslos, wie gut es aussieht. Ich hätte nie gedacht, dass es dermaßen gut aussehen würde.

Shah Rukh
Ich denke, in der Nacht bevor der erste Ausschnitt veröffentlicht wurde, konnte niemand von uns schlafen. Wir hofften, dass am Morgen keiner sagt, „Er sieht aus wie immer. Da ist ja gar nichts anders!“.
Aber das größte Kompliment haben wir von der Mutter von jemandem aus dem Effekte-Team bekommen. Man hatte ihr den Ausschnitt wohl in der Nacht zuvor gezeigt und sie meinte „Ihr habt tolle Arbeit geleistet und sogar einen klasse Doppelgänger für Shah Rukh gefunden!“

Ansage
Für Gaurav ist der Film vorbei!

Maneesh Sharma
Und, wie fühlst Du Dich jetzt?

Shah Rukh
Großartig!

Maneesh Sharma
Gute Arbeit, Gaurav.

Ansage
Okay Leute, noch mal einen Riesenapplaus für Greg Cannom. Auch für Greg ist der Film beendet!

Shah Rukh
Trotz Dir haben wir gute Arbeit geleistet, was Greg?

Fareed Zakaria – CNN GPS – Februar 2016

Posted: February 25, 2016 in 2016

 

Einleitung

Fareed Zakaria:
Mein nächster Gast wurde von der Los Angeles Times „der möglicherweise größte Filmstar der Welt“ genannt. Mir erscheint das zutreffend.
Shah Rukh Khan ist der größte Filmstar Indiens und hat definitiv mehr liebende Fans als jeder andere Filmstar der Welt, wenn man allein von der indischen Bevölkerung – mehr als einer Milliarde Menschen – ausgeht.
Der 50-jährige Khan hat laut Forbes die Hauptrolle in mehr als 70 Filmen gespielt und letztes Jahr 38 Millionen Dollar verdient.
Wenn Sie ihn und seine Arbeit nicht kennen, dann sollten Sie es vielleicht.
Indien war lange Zeit der einzige große Markt, in dem sich Hollywoodfilme schwertaten. Shah Rukh Khan sprach über die neue, globalisierte Welt, in der Hollywoodfilme ernste Anstalten machen, auf den indischen Markt vorzudringen, und wo Bollywoodfilme im Rest der Welt gegen Hollywood konkurrieren.

Interview

FZ:
Shah Rukh Khan, es ist eine Freude Sie wieder hier zu haben.

Shah Rukh Khan:
Danke Fareed, danke, dass ich wieder hier sein darf.

FZ:
Erzählen Sie mir davon, wie Bollywood heutzutage aussieht. Wie gehen Sie mit der Konkurrenz der Hollywoodfilme um, die jetzt grundsätzlich für ein globales Publikum gemacht werden? Viele Filme aus Hollywood beziehen große Teile ihrer Einnahmen von außerhalb der USA und sind auf eine Art gestaltet, die die Menschen anzieht. Sie haben mehr Action oder auch animierte Charaktere, wenig Dialoge, weniger komplexe Charakterentwicklung.
Sind dies die neuen, globalen Konkurrenten, denen Sie gegenüberstehen?

SRK:
Solange sie keine sechs Songs in ihren Filmen haben, konkurrieren sie zum Glück nicht mit uns! Das wird, da bin ich sicher, nicht passieren.
Aber ich denke, Sie haben völlig Recht. Wenn ich so sagen darf, hatte ich immer die Befürchtung, dass wir überholt würden, wenn wir nicht in der Lage wären unser Kino schnell genug zu verändern. Weltweit sind die Hauptfilme eben Hollywoodfilme. Indien ist das einzige Land, in dem lokale Filme besser laufen als die internationalen.
Quentin Tarantino hat, glaube ich, in Cannes einmal gesagt, der Grund dafür, dass lokale Filme überleben, seien die Stars.
Es gibt in diesem Land also immer noch eine große Ausgeglichenheit in der Welt der Stars, sei es ein Regisseur, ein Schauspieler oder eine Schauspielerin, und ich denke, das macht es aus. Es ist wie ein Footballspiel, in dem man Stars sehen will, die NBA ist beliebt, weil sie einige großartige Basketballer hat.
Solange das Starsystem im Land aufrecht erhalten wird, braucht es Zeit bis das internationale Kino Fuß fasst. Natürlich werden nun auch internationale Stars zu lokalen Berühmtheiten, doch mit all den jungen Filmemachern, Schauspielern und Schauspielerinnen verändert sich das indische Kino momentan so schnell, dass es wohl noch eine ganze Weile dauern dürfte, ehe internationale Filme wirklich zur Konkurrenz werden.
Allerdings gibt es zurzeit, das gebe ich zu, Filme, die Bollywood überflügeln.
Einmal im Jahr.

FZ:
Wie viel Ihrer Fangemeinde ist jetzt, durch das Internet und die weltweite Verbreitung der Filme, global?
Es gab schon immer ein treues indisches Publikum, doch nun hat es sich bis in die Golfstaaten, Südostasien ausgebreitet. Was halten Sie davon?

SRK:
Es ist ziemlich… Es erstaunt mich immer wieder, denn wir haben meinen letzten Film z.B. in Peru veröffentlicht, in Gegenden wie Finnland, Schweden, von denen wir nie gedacht hätten, dass ein Hindifilm dort ankommen würde. Auch nicht mit Untertiteln oder synchronisiert.
Deutschland, Frankreich, Italien… das allein war schon ein Schock, dass man die Filme in Europa ansieht.
Ja, in England und Amerika, Südostasien vielleicht, aber die Einnahmen haben sich in den letzten Jahren versieben- oder verzehnfacht, seit ich das letzte Mal mit Ihnen gesprochen habe. Die Menschen schauen die Filme und jetzt höre ich, dass es auch in China passiert, was wiederum erstaunlich ist.
Und auch die verschiedenen Filmarten, die von hier kommen, unterstützen dies. Inzwischen haben wir einige wunderbar künstlerische Filme, und ich denke, das sind kleine Schritte in Richtung eines internationalen Markts für indische Filme.
Wir haben Glück, in diesen Zeiten steigender Akzeptanz zu leben.
Wo man auch hinschaut, Marokko, die Vereinigten Arabischen Emirate, Südamerika, es erstaunt mich einfach. Jetzt habe ich dort ein Cricketteam (Trinidad & Tobago) und möchte hingehen, Zeit dort verbringen und sehen, was die Leute von dem halten was ich mache.
Aber ja, es hat sich ausgebreitet. In den sozialen Medien, wenn ich etwas twittere, kann ich erkennen, dass mehr als die Hälfte der Leute außerhalb von Indien leben. Ich sage etwas und plötzlich bekomme ich einen Shoutout aus Japan und ich staune darüber. Sie singen Hindisongs, sprechen Zitate aus den Filmen nach, machen Dubsmashes. Es ist neu und tatsächlich sehr ermutigend.

FZ:
Das ist wirklich neu für indische Filme, welche immer sehr lokal waren und nun global werden…

SRK:
Ja, wie Sie schon sagten, in den VAE, Südostasien findet man noch ähnliche Kulturen, also geht man davon aus, dass die Menschen dort indische Filme mögen würden. Sie sind konservativ, drehen sich um die Familie, manche der üblichen, kommerziellen Filme zeigen einfach gute Dinge, sind nicht zu ausgefallen. Doch nun kommen sie auch in Schottland, Irland und Amerika gut an.
Vor kurzem hatte ich eine Show in New York und von den circa 8000 Leuten waren etwa 500 bis 800 Amerikaner, die sich eine indische Show ansahen. Ich sprach mit einigen von den Ladys und sie sagten, sie liebten indische Filme und mich, sie seien so und so weit gereist, um mich zu sehen, und das ist wirklich sehr schön. Es ist ein neues Phänomen und zeigt meiner Meinung nach auch, dass indische Filme schrittweise ihre Spuren außerhalb von Indien hinterlassen, was ein wichtiger Aspekt ist.

FZ:
Denken Sie, Sie werden diesen Job auch in zehn Jahren noch machen?

SRK:
Ich hatte mehr an dreißig Jahre gedacht! Wenn Sie zehn sagen wird mir angst und bange, es könnte so bald zu Ende sein.
Ja, ich könnte ein neues Knie gebrauchen, eine neue Schulter und so, doch man sagt mir, es tauchten immer neue Körperteile auf.
Wie ich immer sage, meine letzte Aufnahme sollte … Und ich liebe die Schauspielerei, soweit ich sie eben begreife … Meine letzte Aufnahme sollte passieren, wenn jemand „Schnitt!“ ruft. Wenn ich schon den Löffel abgeben soll, dann mit einem „Schnitt!“. Und einem „Gut!“, wenn möglich.

FZ:
Bis dahin sind Sie der Bionic Man.

SRK:
Ja, bis dahin schon. Der Iron Man oder doch eher der Titanium Man, da ich Titan in der Wirbelsäule habe. Das ist eine gute Idee!

FZ:

Shah Rukh Khan, danke für Ihre Zeit.

SRK:
Ich danke Ihnen!

 

GPS Web Extra: Ein Filmstar auf der Liste zur Beobachtung von Terroristen?

FZ:
Als wir uns das letzte Mal unterhielten, hatten Sie noch Probleme, in die USA zu gelangen, da Ihr Namensvetter auf einer Liste zur Beobachtung von Terroristen stand. Es schien eine sehr bizarre Situation zu sein, wenn man davon ausgeht, dass Khan ein sehr verbreiteter Name ist.
Was ist da passiert?

SRK:
Es hat sich nun geklärt. Man hat mir mitgeteilt, der Mann sei gefasst oder ausfindig gemacht worden, daher sei er nun nicht mehr auf der Liste, also bin auch ich runter von der Liste. Also ist alles okay.
Ich komme nun hin und kann mich sehr frei in Amerika bewegen. Seitdem war ich drei, vier Mal dort, um mir Universitäten für meine Kinder anzusehen, und war auch für eine Tour dort. Amerika hat mich wieder.

FZ:
Was hat dieses ganze Erlebnis in Ihnen ausgelöst?

SRK:
Es war sehr … Es war einfach sehr unangenehm, irgendwo zu landen und dann zwei, drei Stunden grundlos auf einem Flughafen festzusitzen. Ich reiste dann auch mit leichtem Gepäck, weil ja die Koffer immer geöffnet wurden! Also nahm ich weniger Unterwäsche mit und keine Dinge, die mir peinlich sein könnten.

FZ:
Wissen Sie, es hat mich sehr gewundert, dass Sie scheinbar nie einen Groll gegen das Land hegten. Sie waren immer sehr ruhig.

SRK:
Nun, man muss es im größeren Zusammenhang betrachten. Es ist ein Zeichen der Zeit in der Dinge schiefgehen. Wenn ich von meinem Land Indien ausgehe … Sollte dort, was Gott verhüten möge, ein Problem auftreten, wäre ich der Erste zu sagen, man muss die Sicherheit erhöhen und darf kein Risiko eingehen. Ich würde das tun, wir alle würden das tun.
Ich denke, die Welt ist momentan in einem solchen Zustand, dass man vorsichtig sein muss. Und dafür kann man keinen Groll gegeneinander hegen.
Weil es ein Fakt ist, dass ein kleiner Fehler zu etwas viel Schlimmerem für die Menschheit und für Völker führen könnte. Von daher ist es in Ordnung. Es ist ein Zeichen der Zeit und wir müssen damit leben und auch auf manches vorbereitet sein.